

 |

30.06.2009/15:20 MEZ | Körper und -Teile Nacktheit und Scham
|
PERMALINK
|
|
Der Mensch ist nicht das einzige Tier, das sich anzieht (bekleidet). Als
weiteres Beispiel fällt mir allerdings im Augenblick nur die
Köcherfliegenlarve ein, die sich eine köcherförmige Hülle als Schutz und
Tarnung baut, um auf dem Grund von Bächen zu überleben. Diese Lebensweise
betrifft aber auch nur das Larvenstadium der Köcherfliege.
Sicherlich jedoch gibt es noch andere Beispiele.
In gewissem Sinn kann man auch Tarn- oder Signalmuster auf der Haut, dem
Fell, den Federn oder Schmetterlingsflügeln als Kleidung bezeichnen —
immerhin erfüllt das auch eine Funktion der Umwelt gegenüber, bzw. auch
umgekehrt: Menschenkleidung ist nicht nur Schutz, sondern auch Signal,
Aussage, Selbstdefinition, usw. und stimmt insofern funktional entfernt mit
entsprechenden Mustern bei Tieren überein.
Aber im
Gegenssatz zu solchen Tieren sind Menschen nicht immer bekleidet. Die
Kleidung erfüllt eine ähnliche (aber erweiterte Funktion), aber sie ist
nicht absolut überlebensnotwendig.
Menschen können mit mehreren dicken oder dünnen Schichten bekleidet sein,
die im äußersten Fall nur die Augen freilassen, oder nur sehr wenig
bedeckt, im gegenteiligen äußersten mir persönlich bekannten Fall nur ein
wenige Zentimeter großes Dreiecktuch vorn am Becken — auch je nach
geographischer Region (Temperatur / Umwelt und Kultur) (siehe weiter
unten Die Yanomami). Nacktheit ist fast jedem vertraut, zumindest bei
sich selbst (abhängig von der Kultur; ich denke da beispielsweise an Zeiten
und Gesellschaftsschichten in Europa, als Mann und Frau sich praktisch nie
nackt gesehen haben, auch nicht beim Sex).
Ich habe mich schon lange gefragt, wieso man sich eigentlich schämt, ob die
Scham (allgemein, aber auch speziell bei Nacktheit) nur kulturelle, oder
aber tiefer liegende, tierische Wurzeln hat, und welches diese ggf. sind.
Überzeugende und vor allem klare, schlüssige Information dazu habe ich
bisher nicht gefunden (was natürlich nicht heißt, daß es sie nicht
gibt).
Blöße
Die Ausdrücke "sich eine Blöße geben" und vor allem "bloßstellen", in
übertragenem Sinn verwendet, verweisen auf körperliche Nacktheit, um
bestimmte Gefühle zu beschreiben, die gleich oder ähnlich bei ungewollter
körperlicher Entblößung vor anderen Menschen auftreten. Um sich das
deutlich zu machen, kann man sich bildlich vorstellen, daß jemandem vor
Publikum die Kleider heruntergerissen werden — eine Bloßstellung. Ähnliche
oder gleiche Empfindungen haben alle drei beteiligten Parteien auch bei
einer beispielsweise verbalen Bloßstellung (Der Aggressor: Triumphgefühl
und Genugtuung über die Erniedrigung des Entblößten; der Entblößte:
Wehrlosigkeit, Scham und Erniedrigung; der Beobachter: je nach
Identifikation mit Aggressor oder Entblößtem oder beides, in jedem Fall
aber Teilnahme durch Verständnis dessen, was in dem Entblößten vorgeht).
Der Ausdruck "Bloßstellung" (oder "bloßstellen") ist auch der Schlüssel zu
meinem Verständnis vom Urprung der Scham (bei Nacktheit, aber auch auch in
Situationen wie ertappt werden, versagen. Scham tritt immer genau dann auf,
wenn eigene Schwächen jeglicher Art sich anderen offenbaren, vor denen man
diese gerne verborgen oder maskiert hätte. Es ist das gleiche wie der
Verlust der vor Blicken (und in manchen Fällen auch physikalisch)
schützenden Kleider. Scham tritt nicht auf, wenn die Personen, vor denen
man bloßgestellt werden soll (das "Publikum"), einem nahestehen, so daß sie
die eigenen Schwächen bereits kennen. Man schämt sich nur, wenn die
Offenbarung der Schwäche(n) die eigene Position / Sicherheit mindert. Eine
Bloßstellung ist nur dann erniedrigend, wenn man dadurch psychologisch
geschwächt wird.
Ursprünglich — d.h. evolutionsgeschichtlich gesehen — handelte es sich
wahrscheinlich um reale, existentielle, körperliche Schwächung /
Gefährdung. Das kann man nachvollziehen, wenn man sich vorstellt, nackt
einer Gefahr ausgesetzt zu sein: Kleidung schützt vor Abschürfungen,
Dornen, Brennesseln, etc. aber auch einem Angreifer gegenüber ist man
bekleidet weniger verletzlich.
Der Ursprung und Funktion des Schamgefühls
Der Ursprung der Scham liegt meines Erachtens begründet in der biologischen
und sozialen Notwendigkeit, sich durch das Verbergen von physischen und
psychologischen Schwächen zu schützen. Der plötzliche Verlust des Schutzes
(des Panzers, der Maske, der Verkleidung, der Fassade, der Verschleierung)
kann Schamgefühle auslösen — man steht ungeschützt da, so wie man wirklich
ist.
Der biologische Sinn und Ursprung des Schamgefühls scheint in erster Linie
sozialer Art zu sein, und zwar in Zusammenhang mit dem Rang in einer
Gruppe, und mit ethischen Regulatorien. Die Funktion der Scham für das
Individuum kann eigentlich nur der Drang sein, Scham zu vermeiden, d.h.
sich zu schützen. Die Existenz des Schamgefühls führt dazu, sich in
gewissen Situationen ethischem Sinne "richtig" zu verhalten, sich den
Normen der Gruppe anzupassen, eben weil man nicht beschämt werden will. Die
Beschämung anderer Gruppenmitglieder, die sich Fehlverhalten gezeigt haben
kann als Mittel zur Festigung des eigenen Ranges dienen, zur Bestrafung und
zurechtweisung. Das funktioniert nur, wenn der oder die Betreffende auch
wirklich Scham empfindet, bzw. wenn die übrigen Gruppenmitglieder den
Eindruck haben, er/sie müsse Scham empfinden. Das Schamgefühl spielt also
eine wichtige integrative Rolle.
Abu Ghureib (, Inquisition, u.a.)
Die Vorgänge im irakischen Gefängnis Abu Ghureib vor einigen Jahren, bei
denen einige amerikanische Wärter irakische Gefangene mißhandelt,
gedemütigt und wahrscheinlich auch geschlagen und gefoltert haben, sind
durch Fotos bekannt geworden. Hauptmethode der Erniedrigung war, die
Häftlinge splitternackt ausharren zu lassen oder nackt demütigende
Haltungen einzunehmen.
Nackte Menschen fühlen sich bekleideten Bedrohern gegenüber besonders
wehrlos.
Die "nackte Verhörmethode" ist seit Jahrhunderten üblich z.B.
Inquisition, in faschistischen Staaten, in kommunistischen Staaten, in
Militärdiktaturen.
Die Yanomami
Ich habe mal einige gute Fotos der Yanomami-Indianer im amazonischen Urwald
von ca. 1980 oder 1981 gesehen, kurz nach deren "Entdeckung" (1970er
Jahre). Sie zeigen deren Kleidung, die nach europäischen Begriffen gar
keine ist: Die Männer trugen eine Schnur um den Bauch, unter die der Penis,
nach oben ragend, eingeklemmt war. Die Vorhaut war über die Eichel nach
vorn gezogen und mit einer Schlinge der Schnur festgehalten. Der Penis
"hing" an der Vorhaut. Die Frauen trugen eine Schur ums Becken, an der eine
zweite Schnur zwischen den Beinen (in der Spalte des Hinterns und der
Schamspalte) durchgehend befestigt war, wobei vorn bei der
Verbindungsstelle der horizontal und der vertikal verlaufenden Schnur ein
kleines mandelförmiges Metallplättchen (sah aus wie Messing) befestigt war,
dessen eine Spitze am oberen Ende der Schamspalte über der Klitoris endete
und ein wenig in die Spalte hineinragte.

Der praktische Sinn der Schnur beim Mann ist einleuchtend: wenn der
(unerigierte) Penis nach oben zeigend unter der Schnur eingeklemmt (bzw.
festgebunden) ist, pendelt er beim Laufen (ich meine Rennen, nicht Gehen)
nicht ständig auf und ab (Wenn Männer nackt rennen, schlägt der Penis bei
jedem zweiten Schritt an den Bauch, was störend wirkt). Da jedoch die
Frauen der Yanomami ähnlich Schnüre trugen, bei denen keine praktische
Funktion ersichtlich ist (man könnte höchstens an Stimulation denken, aber
durch das ständige Tragen ist das wahrscheinlich nicht der Fall. Außerdem
erscheinen die Frauen auf anderen Fotos mit einer einfachen Schnur um den
Leib, also ohne die Schnur durch die Spalte), wird deutlich, daß mehr als
praktische Funktion dahintersteckt — es ist eine ritualisierte
Bekleidung.
Ich habe kürzlich beim Ethologen (Verhaltensforscher) Eibl-Eibesfeld eine
Bestätigung gefunden, daß es sich bei den von den Yanomami getragenen
Schnüren um Kleidung handelt.
"Auch die Frauen gingen für unsere Begriffe splitternackt. Sie
trugen nichts außer einer dünnen, fein gearbeiteten Schnur um den Leib.
Ihre Scham war vollkommen unbedeckt. Eine trug zusätzlich zwei dünne
Schnüre kreuzweise über Schulter und Brust.
Die Frauen wähnten sich aber mit ihrer einfachen Lendenschnur durchaus
züchtig bekleidet, das merkte ich, als ich bald darauf eine solche
Lendenschnur haben wollte. Zuerst verstanden sie mich nicht recht, dann gab
es ringsum ein Gekicher und Gelächter, und die befragte Schöne verbarg
lachend ihr Untergesicht hinter einer Hand, neigte den Kopf zur Seite,
stieß dann ihre Nachbarin an, kurz, sie war höchst geniert. So lernte ich,
dass die Frauen und Mädchen sich ohne diese Schnur unanständig nackt
fühlten, was nicht hinderte, dass einige sie dann doch gegen weiße
Glasperlen eintauschten. Sie zogen sich allerdings sogleich eine andere an,
um wieder ordentlich gekleidet zu sein.
In ähnlicher Weise fühlten sich die Männer nackt, wenn sie ihre Penisschnur
lösten oder wenn sie von selbst aufging.
Es handelt sich bei diesen Schnüren wohl um Überbleibsel einer Bekleidung,
denn nackt kamen die Ahnen der Yanomani ganz sicherlich nicht während der
Eiszeit über die Beringstraße. Hier im tropischen Regenwald legten sie die
Kleidung als unzweckmäßig ab, bis auf jenes Restchen, das sie brauchten, um
sich zu fühlen und vielleicht auch, um die Spannung der
Koketterie erleben zu können. In diesem Sinne ist die Bekleidung,
rudimentär, wie sie ist, doch funktionell, weil symbolisch."
(Irenäus Eibl-Eibesfeldt: Menschenforschung auf neuen Wegen. Die
naturwissenschaftliche Betrachtung kultureller Verhaltensweisen — Wien
1976, p. 99]
Die Yanomami tragen jetzt schon seit Jahrzehnten kurze Hosen oder zumindest
Lendenschurze / Röckchen; ich nehme an, daß ab Anfang der 1980er Jahre die
Kontakte mit Weißen dazu führten.
Ich finde Eibl-Eibesfeldts Vermutung sehr interessant, daß die
Lendenschnüre sozusagen eine Erinnerung an Kleider sind und diese
symbolisieren, denn Kleider müssen die Vorfahren dieser Menschen getragen
haben, als sie von Norden kamen. |

Hans Baldung, Adam und Eva (Adam ist der obere)
[Quelle unbekannt]: Ursprungsbedeutung: das zu Bedeckende, von dem
Altdeutschen „Scama“ bzw. Angelsächsischen „Scamu“ und geht zurück auf die
indogermanische Wurzel „Kamkem“: „zudecken, verschleiern, verbergen.“ Durch
das vorgestellte „s“ (skam) wird aus dem „zudecken“ das „Sich bedecken“.
|
 |
 |
| COMMENTS | |
|

1 - posted by Emanuel Keller | 2012.01.12 | 14:05

|
| add
comment
|

|




20.08.2008/15:50 MEZ [updated]
19.08.2008/15:32 MEZ | Bewaffnete Waffen
|
PERMALINK
|
|
Eine Waffe ist ein Werkzeug zur Tötung oder Verletzung von Tieren und
Menschen.
Manche Tiere verfügen "von Haus aus" über die Mittel, Artgenossen oder
Beute zu töten; die Vielfalt an körpereigenen Waffen ist erstaunlich. Daß
Tiere Artgenossen töten ist jedoch eher selten (Skorpione beispielsweise
tun das angeblich). Diejenigen, die gut dazu in der Lage wären, haben in
der Regel instinktive Hemmungen, die das verhindern. Beispielsweise wird
ein Wolf im blutigen Kampf gegen einen anderen Wolf niemals den letzten
Schritt der Tötung ausführen, da der Unterlegene in Demutshaltung verharrt,
und da diese Demutshaltungen die entsprechenden Hemmungen im Sieger
auslöst.
Bei den Menschen (und unseren lieben Verwandten, den Schimpansen) ist das
ein wenig anders. Schimpansen töten gelegentlich (selten) andere Primaten,
und dann in der Regel Kinder (und fressen sie dann auf). Sie beißen sie
nicht etwa tot oder erwürgen sie, sondern sie reißen ihnen beispielsweise
einen Arm ab, usw. Wild lebende Schimpansen töten manchmal auch
Menschenkinder (sind ja auch nur Primaten). Das betrifft aber nie
Individuen der eigenen Gruppe.
Menschen haben auch Hemmungen, Artgenossen zu töten, insbesondere wenn
diese eine Demutshaltung einnehmen. Aber diese Hemmungen können
überschritten werden. Je nach Umständen, Erfahrungen und Individuum (etwa
in einem Bürgerkrieg, oder in Notwehr) können diese Hemmungen aber abnehmen
und der momentane Tötungswunsch stärker sein als gewöhnlich.
Die Fähigkeiten von Menschen, ohne Hilfsmittel andere Menschen zu töten
sind sehr eingeschränkt, sofern sie über keine diesbezügliche "Schulung"
verfügen (wie bespielsweise Kampfkünste). Für ungeübte Menschen ist es fast
unmöglich, einen anderen totzubeißen, totzukratzen, totzuzwicken, mit
bloßer Hand totzuschlagen, o.a. Würgen ist eigentlich die einzige
praktikable Art für Ungeübte, jemanden ohne Hilfsmittel totzukriegen. Aber
selbst das ist schwieriger als man glaubt — ich habe es aber noch nicht
ausprobiert.
Es gibt natürlich Unglücksfälle, in denen jemand unbeabsichtigt durch einen
anderen Menschen getötet wird, beispielsweise durch einen Sturz auf den
Hinterkopf nach einem Stoß. Aber in der Regel ist es für ungeübte Menschen
sehr schwer, einen anderen Menschen (der sich natürlich mit allen Kräften
wehren wird) ohne Hilfsmittel zu töten. Das gilt natürlich auch für große
Tiere: Menschen können große Tiere ohne Waffen kaum direkt töten (am
ehesten noch durch List). Man stelle sich vor, ein Pferd mit bloßen Händen
zu töten — das ist nahezu unmöglich.
Daher haben die Menschen Waffen erfunden.
Waffen sind Werkzeuge, die zum Verletzen oder Töten von großen Tieren und
Menschen dienen. Ich rede hier nur von Waffen zur Anwendung durch ein
Individuum gegen ein anderes, und nicht von Kriegsmaschinen oder
Massenvernichtungswaffen.
Es gibt, grob unterteilt, drei Arten von Tötungswerkzeugen:
1. Schlagwaffen (die archaischste Art - ein Stein oder Stock genügt)
2. Waffen, die das Opfer durchlöchern (Stich-, Schnitt- und Schußwaffen)
3. Würgewaffen (sehr selten, z.B. Garotte)
- Gift ist nicht als Waffe anzusehen; es sei denn, es wird in Zusammenhang
mit einer Penetrationswaffe (2) angewendet.
- Wurfwaffen sind Sonderformen entweder von Schlagwaffen (z.B. Wurfkeule)
oder von Penetrationswaffen (z.B. Wurfspeer).
- Explodierende Munition (z.B. Handgranaten, Gewehrgranaten) sind
Sonderformen von Penetrationswaffen mit verstärkter Wirkung.
Anders kann man die Waffen auch unterteilen:
1. Nahkampfwaffen (Hieb-, Stich-, Schnitt- oder Würgewaffen)
2. Fernwaffen (archaische und moderne Wurf- und Schußwaffen, und andere
moderne Waffen, die Zerstörungskraft projizieren)
3. Hinterhaltswaffen (Minen, explodierende Selbstmordattentäter, Bomben
usw. — allerdings kaum Individualwaffen. Selbst gezielt ferngezündete
Bomben mit Richtwirkung töten undifferenziert. Antipersonen-Minen töten
zufällig.)
Nichttödliche Waffen
Alle oben erwähnten Waffenformen führen in der Anwendung nicht zwangsläufig
zum Tod des Angegriffenen, sondern meistens nur zu mehr oder weniger
schweren Verletzungen. Das liegt jedoch eher am Zufall, an der Handhabung
und den jeweiligen Gegebenheiten. Es handelt sich dennoch um Tötungswaffen.
Wer sie benutzt, dem ist bewußt (oder es sollte es sein), daß die Wirkung
potentiell tödlich ist.
Es gibt archaische Hilfsmittel, deren Zweck die Überwindung (Fangen) eines
Gegners oder Tieres mit nichttödlichen Mitteln ist, und die unter Umständen
als Waffen gehandhabt werden können, wie z.B. Bola, Lasso, Wurfnetz. In der
Regel werden diese jedoch nicht als Waffen, sondern eher als Fangwerkzeuge
angesehen.
Nichttödliche Waffen (oder Waffen mit nichttödlicher Munition) sind Waffen,
die dazu entwickelt wurden, Menschen oder Tiere vorübergehend kampf- oder
bewegungsunfähig zu machen, ohne ihnen dauerhaft Schaden zuzufügen.
Moderne Beispiele sind Taser, Feuerwaffen die Gummimunition verschießen,
richtbare Lärmabstrahler, Wasserwerfer, Mikrowellenstrahler, Waffen, die
den Feind verkleben, usw.
Nichttödliche Waffen gewinnen zunehmend an Bedeutung; möglicherweise sind
menschliche Gesellschaften (oder die globale menschliche Gesellschaft, da
ja kaum noch isolierte Entwicklungen stattfinden) allmählich weniger
bereit, die grauenhaften Folgen von Kämpfen auf menschliche Leiber
schicksalsergeben hinzunehmen. Aber das könnte auch ein Trugschluss sein. |

Jagdbumerangs (die weiter fliegen als gewöhnliche Keulen, aber nicht
zurückkehren). Bumerangs wurden übrigens nicht nur in Australien, sondern
in vorgeschichtlicher Zeit auch in Europa benutzt. Aus Wikipedia: "Der
älteste bekannte Bumerang wurde 1985 in der Oblazowa-Höhle in den
Polnischen Karpaten entdeckt und konnte mit der Radiocarbonmethode auf ein
Alter von etwa 20.000 Jahren bestimmt werden."
|
 |
 |
| add
comment
|

|


13.08.2008/17:49 MEZ | Körper und -Teile Zerstückelte Märtyrer
|
PERMALINK
|
|
Märtyrerfleisch, Finger und Knochensplitter
—
es ist grotesk, was der katholische Märtyrer- / Heiligenkult hervorgebracht
hat. Die reine Leichenfledderei.
Die Anbetung der Heiligen, die Pilgerei zu Reliquien, das ist im Grunde
genommen eine abgeschwächte Fortsetzung der Vielgötterei.
Anscheinend haben die Menschen ein Bedürfnis nach Konkretheit: nach einem
realen Objekt, nach einer Person (wenn auch längst verblichen), oder
zumindest nach einem Bild, das sie anbeten können, dem sie sich in Demut
darbieten. Der Gott, das abstrakte, unfassbare, körperlose, allgegenwärtige
und allmächtige "Wesen" dem man Untertan ist - ist eben zu abstrakt,
unvorstellbar, unfassbar. |

|
 |
 |
| COMMENTS | |
|

1 - posted by grünwald | 2008.11.17 | 19:55

|
| add
comment
|

|


13.04.2008/18:10 MEZ | Diverses zum Thema Rechtliche Vertreter von Föten
|
PERMALINK
|
|

In Irland, in dem ein sehr
strenges, katholisches Abtreibungsrecht gilt, werden bei Prozessen um
Abtreibungen unter Umständen Rechtsvertreter der ungeborenen Föten
("Fötusse") bestellt. Also ein Fötus erhält vor Gericht einen Anwalt, der
"seine Interessen" vertritt. Wobei "seine Interessen" das Recht, zu leben
sind. Und das gerät in manchen Fällen mit dem freien Willen und Rechten der
(ggf. zukünftigen) Mutter in Konflikt.
Das kann zu solchen absurden Situationen führen: Die schwangere Frau muß
sich einen Anwalt nehmen, und gegen den - möglicherweise noch mit Kiemen im
Fischstadium befindlichen - Fötus in ihrem eigenen Bauch und dessen Anwalt
zu prozessieren. "Sie hören dann von meinem Anwalt."
Ich will hier gar nicht für oder gegen Abtreibung plädieren. In diesem
Zusammenhang interessiert mich mehr die Diskussion darüber, inwiefern (und
ab wann) Föten als Menschen anzusehen sind.
Selbstverständlich besteht für jede Lebensform "das Recht zu leben"; es ist
sozusagen im Begriff des Lebens schon enthalten. Dennoch ist unbestreitbar,
daß auch das "Recht zu töten" in der Natur des tierischen Lebens enthalten
ist (wobei man nicht nur an Raubtiere jeglicher Art denken muß, sondern
auch an Pflanzenfresser); und natürlich das Risiko, zu sterben. Manche
Lebewesen "schaffen" es aus diversen Gründen nicht (Geschlechtsreife zu
erreichen und sich ihrerseits fortzupflanzen).
Wenn Menschen töten, so bestehen ethische Abstufungen zwischen "belanglos"
(z.B. eine Ameise zertreten) und "gravierend" (z.B. ein Pferd töten), bzw.
zwischen "berechtigt" (z.B. eine Stechmücke töten, ein Schwein zum Zwecke
des Verzehrs zu schlachten oder ein Tier wegen Krankheit zu töten) und
"Mord" (einen anderen Menschen vorsätzlich und ungezwungenermaßen zu
töten).
Als problematischer Grenzfall gilt, wenn ein Mensch einen anderen Menschen
in Notwehr tötet. Das wird als äußerst gravierender Vorfall angesehen, der
jedoch berechtigt ist (um das eigene Leben zu schützen).
Bei Abtreibungen spielt folgender Aspekt auch eine Rolle: das ungeborene
Kind, oder der Fötus, oder der Embryo sind noch nicht sichtbar "auf der
Welt". Man weiß, daß sie existieren und leben, aber sie sind noch in
gewissem Maße virtuell, unwirklich. Man hat noch kein lebendiges Wesen "vor
Augen". Die Hemmungen, sie zu "entfernen", sie "wegzumachen" bevor sie
wirklich und "greifbar" werden, sind deutlich geringer als bei einem
bereits Geborenen. |
Wikipedia: Phylogenese
Wikipedia: Ontogenese
Abbildung: Embryonenvergleich verschiedener
Tierarten, aus Mayr - What Evolution Is.
Die Abbildung zeigt von links nach rechts Embryonen von Fisch - Lurch -
Schildkröte - Huhn - Schwein - Kuh - Hase - Mensch, und von oben nach unten
drei Entwicklungsstadien. Es wird deutlich, daß in einer frühen
Entwicklungsphase (obere Reihe) kaum Unterschiede bestehen, und daß die
speziellen Charakteristiken der jeweiligen Art sich in späteren
Entwicklungsstadien zunehmend deutlich abzeichnen.
Mayr benutzt die embryonale Individualentwicklung (Ontogenese) als
schwerwiegendes Argument gegen Kreationismus: warum sollten Embryos von
Säugetieren (und Menschen) in einer frühen Entwicklungsphase Kiemen
vorweisen, wenn es sich nicht um Evolution handelt? |
 |
 |
| add
comment
|

|


03.03.2008/19:06 MEZ | Menschengruppen Loyalität und Gerechtigkeit / die richtige Entscheidung
|
PERMALINK
|
|
Eine Person hat mir berichtet, daß sie oder
er eine "unrechte" Tat verübt habe. Ich werde als Zeuge vernommen. Soll ich
die Wahrheit sagen, oder meinen Freund schützen?
Die "richtige Entscheidung" [dazu weiter unten mehr] hängt wohl von
folgenden Faktoren ab:
A: Wie gravierend die "unrechte" Tat war. Zum Beispiel: eine Unwahrheit;
ein kleiner Diebstahl; jemandem eine Ohrfeige versetzt; ein kleines Tier
getötet; ein großes Tier getötet; jemanden körperlich mißhandelt; jemanden
in große Gefahr gebracht; jemanden gefoltert; jemanden getötet; mehrere
Menschen getötet; viele Menschen getötet.
B: Wie rechtmäßig das "Tribunal", beziehungsweise die untersuchende und
gegebenenfalls verurteilende Instanz ist.
C: Ob ich Teil der Gemeinschaft bin, die die untersuchende und
gegebenenfalls verurteilende Instanz eingesetzt oder autorisiert hat, oder
nicht.
D: In welcher persönlichen Beziehung ich zu der Person stehe, die die Tat
verübt hat. Handelt es sich um einen völlig Fremden, um einen entfernten
Bekannten, einen Freund, einen Verwandten, einen sehr guten Freund, die
Mutter, das eigene Kind?
E: Welche Reaktion der verurteilenden Instanz (oder der Gemeinschaft),
beziehungsweise welche Bestrafung zu erwarten ist. Ist die zu erwartende
Reaktion einigermaßen im Einklang mit meinem diesbezüglichen
Rechtsempfinden?
F: Wie die Folgen für die betreffende Person voraussichtlich sein werden.
Werden sie leicht zu ertragen sein, werden die Folgen schwer sein, wird die
Strafe fatal sein?
G: Was werden die Folgen oder Gefahren für mich sein, falls ich die
betreffende Person schütze und gegebenenfalls falsch aussage?
H: Was dabei für mich herausspringt (was für Vor- und Nachteile mir
erwachsen), je nachdem, ob ich die betreffende Person schütze oder
preisgebe. Zu berücksichtigen sind
1. wie ich mich hinterher auf lange Sicht fühlen werde (Identität,
Charakter);
2. wie meine weitere Beziehung zur betreffenden Person aussehen wird
(Feindschaft, Freundschaft, Enttäuschung, Dankbarkeit, Gleichgültigkeit,
etc.);
3. wie meine Antwort meine Position in der Gemeinschaft beeinflussen wird,
falls ich Teil dieser Gemeinschaft bin.
Und wahrscheinlich noch weitere Aspekte, je nach Fall und Situation.
Was aber bedeutet "die richtige Entscheidung"?
Die meinem Rechtsempfinden folgt? Die dem in diesem Kontext hier und jetzt
geltenden Gesetz folgt? Die mir die meisten Vorteile bringt? Die einen
optimalen Kompromiß zwischen den verschiedenen Aspekten sucht?
Es ist unmöglich, anhand so eines hypothetischen Falles, der zudem noch
allgemein und unspezifisch dargelegt wird, eine allgemeingültige Antwort
über die "richtige Entscheidung" zu treffen. Je nach den oben aufgezählten
Aspekten wird es in unterschiedlichen Einzelfällen sehr unterschiedliche
Antworten geben.
Allgemein kann man jedoch sagen — und das ist sehr wichtig; sehr wichtig
für jeden Menschen, das für sich zu verstehen — daß die richtige
Entscheidung eine ist, mit der dieser Mensch weiterhin mit Selbstachtung
leben kann. Der Verlust der Selbstachtung und somit eine
selbstzerstörerische Wirkung auf die eigene Person und das eigene Leben
kann die Folge einer großen falschen Entscheidung, oder die Folge vieler
kleiner falscher Entscheidungen sein. In diesem Zusammenhang betrachtet,
ist die jeweilige Entscheidung gleichzeitig Ausdruck des Charakters wie
auch charakterbildend. Die je nach Fall und Zusammenhang richtige
Entscheidung zu treffen trägt zu einem guten, starken Charakter und der
Qualität des zukünftigen eigenen Lebens bei. Die richtige Entscheidung in
so einem Fall ist somit ein Baustein des eigenen Selbst. Und
interessanterweise ist die richtige Entscheidung nebenbei auch ein Baustein
für eine "gute" Gemeinschaft. |
|
 |
 |
| add
comment
|

|


27.02.2008/05:19 MEZ [updated]
19.02.2008/19:01 MEZ | Körper und -Teile Was lieben Sie an Ihrer Frau?
|
PERMALINK
|
|
Oder an Ihrer Freundin, oder Geliebten. Das Ganze kann man auch umdrehen
und auf Männer beziehen, also "Was lieben Sie an Ihrem Mann?".
Natürloch das Ganze, die Einheit aller Eigenschaften (mit Ausnahmen
natürlich) und Attribute. Jaja. Die politisch ganz korrekten sagen z.B.
"ihre Intelligenz". Wollen mal sehen:
Um dem bessser auf den Grund zu gehen, schlage ich ein
Identitäts-Gedankenexperiment vor. Angenommen, medizinisch sei folgendes
möglich, so werde Ihrer reizenden, attraktiven Gattin das lebende Gehirn
entnommen und einer ganz und gar unattraktiven, aufgeschwemmten und
unappetitlichen Frau eingepflanzt — und vice-versa, d.h. der wunderbare
Körper Ihrer Gattin erhält das Hirn der Schlabbertante. In diesem
Experiment sehen wir auch vom psychischen Schock und anderen Problemen ab.
Was lieben Sie nun: die Frau, die wie Ihre Frau aussieht aber jetzt ein
völlig anderer Mensch ist, oder die dicke Fremde, die sich in Ihren
Gedanken und Gefühlen jedoch als Ihre Frau äußert? Es hat eine vollständige
Trennung von Körper und Geist/Seele stattgefunden — und beide leben noch.
Der Körper hat einen fremden Geist erhalten, der Geist einen fremden
Körper. Mit welchen von beiden können sie sich besser arrangieren, mit
welcher wären Sie gern weiterhin verheiratet (befreundet, verliebt,
etc.)?
Zum Abschluß pflanzen wir die Gehirne wieder zurück, damit alle glücklich
weiterleben können. |
|
 |
 |
| COMMENTS | |
|

1 - posted by lou | 2008.02.20 | 11:46

|
| add
comment
|

|


27.06.2007/02:53 MEZ | Krieg, Kampf Sich schlagen / Kampf mit körpereigenen Mitteln
|
PERMALINK
|
|
[Ich spreche hier jeweils prototypisch immer nur von zwei Beteiligten.
Außerdem berücksichtige ich hier lediglich Angriffe und Verteidigung ohne
Hilfsmittel (wie z.B. Stöcke) und Waffen.]
Körperliche Aggression kennt verschiedene Mittel um dem Gegner Schmerz
zuzufügen: schlagen auf vielfältigste Weise (häufigste Form), würgen,
drücken, Arme verdrehen, niederwerfen, zwicken, beißen, kratzen, u.a.
Das vordergründige Ziel ist meistens, körperlichen Schmerz zuzufügen und
stellt ein Mittel zum (oft unbewußten) Erreichen des Endziels dar: die
Unterwerfung des Anderen.
Körperliche Aggression erscheint in verschiedenen Formen und Graden:
"Alltags"form:
Jemandem einen Stoß oder Schlag versetzen: Ohrfeige, Stoß, Faustschlag. Ist
zwar in unserer Gesellschaft glücklicherweise nicht (mehr) alltäglich und
üblich, fällt aber dennoch unter die Kategorie "Alltag" und ist kein Kampf.
Es gibt unterschiedlich aggressive und unterschiedlich schmerzhafte
Ausprägungen, von leichtem (möglicherweise sogar freundschaftlichen) Knuff
bis hin zum Faustschlag, der schlimme körperliche Verletzungen und in
Extremfällen sogar ungewollt den Tod zur Folge haben kann. Geschieht
meistens "im Affekt" (d.h. unter emotionaler Erregung und mit einem hohen
Grad von Spontaneität). Nach dem körperlichen Angriff, oft eine aggressive
Entladung, gewinnen die sozialen Hemmungen, Schmerz zuzufügen, bzw. die
Selbstkontrolle, wieder überhand.
Prügel:
Wenn eine Person eine andere, unterlegene Person mehrfach schlägt oder ihr
auf andere Weise Schmerz zufügt. Es handelt sich um enthemmte Aggression
einer unterlegenen oder gar hilflosen Person gegenüber. Es handelt sich um
nur schwach gehemmte oder ungehemmte Aggression einer in dem Moment
unterlegenen Person gegenüber. Die Unterlegenheit drückt sich nur in der
Auslebung der Aggressivität aus und muß nicht absolut sein. Beispielsweise
wenn ein enthemmter Mensch seine Aggressivität einem körperlich
überlegenen, jedoch nicht aggressiven Menschen freien Lauf läßt
(aggressiver Zwerg schlägt friedlichen Riesen).
Schlägerei:
Wenn nach einer verbalen und/oder körpersprachlichen Eskalation eine Person
eine andere angreift und die angegriffene Person sich nicht nur verteidigt,
sondern auch zum Gegenagriff übergeht. Eine Schlägerei ist dies zu nennen,
wenn es sich um zwei im Kampf weitgehend ungeübte oder untrainierte
Menschen handelt, d.h. wenn es sich um eine unroutinierte Auseinandersetung
handelt, die zwar ernst ist, jedoch nicht mit dem Ziel, den Gegner schwer
zu verletzen. Ziel einer Prügelei ist meistens, die eigene Überlegenheit
(in animalischem Sinne) zu demonstrieren, indem der Gegner durch Niederlage
gedemütigt wird - eine primitive, sehr archaische Form.
Kampf:
Wenn es sich um eine sehr ernste körperliche "Auseinandersetzung" unter
vollem Einsatz aller Kräfte und Fähigkeiten handelt (beispielsweise wenn
der/die Angegriffene sich berechtigterweise in Gefahr wähnt), oder wenn
beide Gegner kampferfahren sind und die eingesetzten Mittel somit erlernt,
erprobt und trainiert sind. Voraussetzung dafür, von Kampf zu sprechen ist
außerdem, daß die Fähigkeiten der beiden Gegner anzugreifen und sich zu
verteidigen annähernd gleich sind, oder daß der/die Unterlegene zumindest
eine Zeitlang paroli bieten kann.
--
Außer beim einvernehmlichen Kampf gibt es immer einen Aggressor und einen
Angegriffenen.
Ziel des Angreifers ist immer der Sieg, die Demonstration der eigenen
Überlegenheit, bzw. die Erniedrigung des Gegners.
Ziel des Angegriffenen (sofern er willens und in der Lage ist sich zu
verteidigen, und dies auch tut) ist erstens vordergründig die Vermeidung
von Schmerz, und zweitens die eigene Behauptung und die Verhinderung einer
Demütigung. In manchen Fällen kann das Ziel des Angegriffenen sich auch
umkehrehren und sich mit dem ziel des Angreifers decken, nämlich wenn der
Angegriffene sich körperlich (bzw. was die Fähigkeiten zum Kampf betrifft)
überlegen fühlt und nun seinerseits den Angreifer demütigen will.
Aggressive Handlungen (auch nichtkörperliche) oder Kämpfe haben immer eine
gewisse hierarchische Bedeutung (jenseits konkreter Ziele, sollten welche
existieren). Jenseits eventueller gesellschgaftlicher Ächtung ist es für
die Betroffenen momentan dennoch immer so, daß der Unterlegene sich
gedemütigt, herabgesetzt, und der Überlegene sich dominant fühlt (was aber
u.U. durch Schuldgefühle überlagert sein kann).
Das ist ein animalisches Relikt in uns, das sehr tiefe Wurzeln hat. Es kann
kulturell abgeschwächt oder ritualisiert sein, tritt gefühlsmäßig jedoch
unwillkürlich auf.
Praktisch gesehen, ist das Ziel des Aggressors, dem Gegner die eigene
(körperliche) Überlegenheit zu demonstrieren und dadurch einen höheren Rang
einzunehmen. Nach einer Niederlage des Gegners wäre dessen Bereitschaft
erhöht, sich zumindest für den Augenblick dem Willen des Siegers zu
unterwerfen. So kann beispielsweise körperliche Aggression dazu eingesetzt
werden, einen anderen Menschen zu etwas zu zwingen, wozu er sonst nicht
bereit wäre. [Es gibt den Ausdruck: "jemanden unter Androhung von Gewalt zu
etwas zwingen" - hier genügt schon die Androhung der körperlichen
Aggression].
Angriffe mit dem Ziel der Demütigung oder Unterwerfung
Körperliche Angriffe ohne Waffen oder Hilfsmittel sind in der Regel
weitgehend ungefährlich und verfolgen keine schwerwiegenden Verletzungen
oder den Tod des Gegners. Falls einer der beiden Kontrahenten (egal ob es
sich um einseitige Aggression oder um eine Prügelei handelt) eindeutig
unterlegen ist und sobald er offensichtlich "besiegt" ist, hört der Angriff
gewöhnlich auf. In dem Falle, in dem der Unterlegene zäh, bzw. stolz ist,
kann die Unterwerfungsphase später auftreten, und dann können die
Verletzungen schwerer ausfallen, z.B. Kopfverletzungen. Trotzdem handelt es
sich meistens nicht um gefährliche Verletzungen.
Außer in seltenen Fällen verfolgen Angriffe nicht die Zerstörung des
Gegners, sondern lediglich dessen Demütigung. Ist das erreicht, läßt der
Angreifer gewöhnlich ab.
Es gibt aber natürlich auch Fälle, in denen der Angreifer das bereits
wehrlose Opfer seines Angriffs völlig enthemmt weiter traktiert, so daß es
zu gefährlichen Verletzungen oder zum Tod kommen kann. Gerade die
Hilflosigkeit des Opfers kann rauschhaftes Ausleben der eigenen
körperlichen Macht auslösen. Dann handelt es sich aber bereits um äußerst
schwerwiegende Störungen des Sozialverhaltens.
Angriffe mit dem Ziel, schwer zu verletzen oder zu töten
Kampfsport
Unter "Kampfsport" fällt beispielsweise das sportliche Boxen, oder das
Ringen (griechischen Ursprungs). Manchmal werden auch ostasiatische
Kampfkunstarten als Kampfsport betrieben, wobei es sich dann aber um
abgespeckte und im Repertoire stark eingeschränkte Formen handelt.
Kampfkunst
Von Kampfkunst (und nicht Kampf"sport") spricht man nur im Falle der
ostasiatischen Kampfdisziplinen, wie Chuan-Fa (Kung-Fu), Jiu-Jitsu,
Karate-Do, Taekwan-Do usw.
Diese Disziplinen (oder Kampfsysteme) existieren in verschiedenen
Stilrichtungen und Ausprägungen / Dialekten ("Schulen"). Im Vergleich zu
den sportlichen Kampfdisziplinen verfügen sie über ein überwältigend
reiches Repertoire an Methoden und Techniken, den Gegner mit körpereigenen
Mitteln körperlich zu besiegen oder zu töten. Es handelt sich um die am
höchstentwickeltsten waffenlosen Kampfarten oder Kampfdisziplinen. Das
Repertoire an Techniken und Kombinationen ist überwältigend umfangreich.
Manche Techniken (in einigen dieser Disziplinen) zielen auf die völlige
Vernichtung des Gegners (Tod oder schwerste Verletzungen) ab und können
dies binnen Sekundenbruchteilen erreichen.
Aus diesem Grund und wegen der Effektivität der meisten Techniken (auch
wenn es sich "nur" um die Zufügung von Schmerz handelt) werden diese
Kampfkünste extrem kontrolliert ausgeübt. Anders als beim Kampfsport
werden alle schmerzhaften (und natürlich die gefährlichen) Techniken nicht
vollständig ausgeführt, sondern gestoppt, ehe sie den Gegner verletzen oder
ihm Schmerz zufügen. Andernfalls wären Übungskämpfe gar nicht möglich.
Die ethische Komponente (Höflichkeit, Respekt und Schutz des Gegners vor
Verletzungen) ist in den Kampfkünsten fester Bestandteil der Praxis.
Kampfkünste werden jenseits ihrer praktischen Anwendbarkeit zur
Selbstverteidigung im Idealfall zur Vervollkommnung der Persönlichkeit
praktiziert (vollkommene körperliche und geistige Behrrschung der eigenen
Kräfte).
--
Von den hier aufgezählten waffenlosen Kampfformen sind die "alltäglichen" —
nämlich diejenigen, die nicht als Disziplinen praktiziert werden —
weitgehend gesellschaftlich geächtet (in allen intakten Gesellschaften).
Die Kampfsportarten und Kampfkünste unterliegen strengen Regeln und kommen
im gesellschaftlichen Alltag nicht vor. |
|
 |
 |
| add
comment
|

|


07.11.2009/21:43 MEZ [updated]
16.05.2007/19:44 MEZ | Geschlechtliches Sodomie: Sex mit Tieren
|
PERMALINK
|
|

Peter Paul Rubens (1577-1640) - Leda mit dem
Schwan
Leda war der griechischen Mythologie zufolge die Gemahlin des spartanischen
Königs Tyndareos (und u.a. Mutter der schönen Helena, dem vorgeblichen
Anlass für den trojanischen Krieg). Der Gott Zeus soll sich der Leda in
Gestalt eines männlichen Schwans "genähert" und sie geschwängert haben.
Diese sodomistische Szene hat im Laufe der Jahrhunderte wohl die erotischen
Phantasien der Menschen sehr beschäftigt, denn sie wurde sehr oft von
Künstlern in Zeichnungen, Gemälden und Skulpturen dargestellt.
Wahrscheinlich steht Leda mit dem Schwan stellvertretend auch für weitere
sodomistische Phantasien, aber diese war durch die antike Mythologie
sozusagen legitimiert. Dadurch konnte der Vorwurf der Perversion vermieden
werden.
Es gibt auch andere bekannte erotische Szenen mit Tieren, z.B.:
Jean-Honoré Fragonard – Mädchen mit Hund, um
1770-1775.
In Fragonards Bild handelt es sich nicht um Geschlechtsverkehr, wohl aber
um sexuelle Stimulation, wenn man sich vorstellt, daß das Hündchen mit dem
Schwanz wedelt. Das bleibt sozusagen als Alibi des Malers offen.
Sicherlich werden von Frauen sexuelle Handlungen mit Tieren vollzogen, wenn
auch meistens wohl nicht Geschlechtsverkehr. Geschlechtsverkehr mit Tieren
wird meiner Einschätzung nach häufiger von Männern praktiziert. Ich
bezweifle aber, daß es Statistiken zu diesem Thema gibt; vor allem, weil
dies Handlungen sind, die im Verborgenen geschehen und nie zugegeben
werden.
Bei "Geschlechtsverkehr mit Tieren" denkt man gewöhnlich an ziegen- oder
schafsfickende Männer. "Ziegenficker" ist unter manchen archaisch
tierzüchtenden Völkern ein gebräuchliches Schimpfwort, und wird es wohl
früher auch in Westeuropa gewesen sein.
Die Gummipuppen von Beate Uhse sind im Grunde genommen nur eine
Weiterentwicklung der Ersatz-Sex-Praktiken mit Tieren, wobei immerhin kein
lebendiges Wesen mißbraucht wird. Ob man das auch von Seemannsbräuten
(Gummimuschis) und Dildos/Vibratoren behaupten kann, würde ich verneinen,
da es sich hierbei einfach nur um mechanische, Stimulationsinstrumente für
die Geschlechtsorgane handelt.
Was bringt Menschen dazu, Tiere als Sexualpartner zu mißbrauchen? Es muß
mehr sein als die "natur-echte" sexuelle Stimulation der Genitalien. Ich
glaube, daß die Reaktionsfähigkeit der Tiere (weil sie eben lebendig sind)
und eine gewisse Unberechenbarkeit entscheidend sind. Sie reagieren,
bewegen sich, sind lebendig — und das macht sie zu "echten"
Geschlechtspartnern, anders als ein simples Stimulationswerkzeug.
Zudem spielen wohl unterschiedliche psychologische Faktoren eine Rolle, wie
z.B. Ficken als Machtausübung, oder andere Projektionen.
Einem Bericht zufolge hat ein Mann, der dessen überführt wurde, gemeinsam
mit einem anderen Mann nachts Stuten auf der Weide vergewaltigt zu haben
(sie hatten ihnen ein veterinärmedizinisches Mittel zur Beruhigung
verabreicht und ihnen die Füße gebunden, so daß die Stuten dann vermutlich
auf der Seite lagen), als Grund angegeben, daß Stuten toll seien, weil sie
so groß seien, und er ihnen zeigen wolle, was "groß" heißt. Er mißbrauchte
also Stuten, weil er sich dann selbst wie ein "toller Hengst" fühlte.
Warum aber Ziegen und Schafe? Weil sie weithin verfügbar sind/waren, weil
sie eine handhabbare Höhe haben, und weil sie hilflos sind, von ihnen keine
Gefahr ausgeht. Mit Kühen, Kamelen oder Pferden beispielsweise ist das eine
schwierigere und gefährlichere Angelegenheit.
Siehe Mann stirbt nach Sex mit Pferd
und Tod im Sodomie-Bordell - Mann stirbt nach Sex mit
Pferd.
In Westeuropa sind heutzutage wahrscheinlich Hunde die meist-sodomisierten
Tiere (in welcher Form auch immer: Masturbation, sie lecken lassen,
Geschlechtsverkehr, u.a.), ganz einfach, weil viele Leute Hunde haben.
Katzen und andere Tiere sind einfach zu klein und schwerer zu Interaktionen
mit Menschen zu verleiten.
Sodomie (bzw. Geschlechtsverkehr mit Tieren) ist zumindest in manchen
Ländern (vielleicht in vielen Ländern; darüber weiß ich nichts) nicht
strafbar, sofern keine nachweisbare Tierquälerei vorliegt. Einem deutschen
Tierschutzverein zufolge zählt Deutschland auch zu den Ländern, die Sodomie
nicht strafrechtlich "verbieten".
Es ist ja auch die Frage, ob z.B. Masturbation eines Hundes als
Tierquälerei angesehen werden kann.
Anekdoten zum Thema:
Ältere, alleinlebende Damen, die verständnisvoll ihre Schoßhündchen oder
Pinscher-Rüden zum "Abspritzen" regelmäßig masturbieren. Ist wohl ziemlich
verbreitet in der westlichen Welt, wie ich höre.
Die mit ihrem Vergewaltiger zwangsverheiratete südsudanesische Ziege
"Rose". Der Besitzer der Ziege ertappte einen Nachbarn (sein Name kann auf
etwa einer Million Websites nachgelesen werden) bei der Sodomie mit seiner
Ziege, und beschwerte sich daraufhin bei den Dorfältesten. Wird im Sudan
ein Mann bei einem Schäferstündchen mit einem Mädchen ertappt, so muß er
das Mädchen heiraten, um sie und ihre Familie vor Schande zu bewahren.
Diese Regelung wandte der Dorfältestenrat dann auch auf den Mann und die
Ziege an. Er mußte für die Ziege bezahlen, sie heiraten (sie erhielt den
Namen Rose) und durfte sie dann mit nach Hause nehmen. Rose hat später ein
Zicklein zur Welt gebracht (dessen Vater offenbar ein Ziegenbock und kein
Mensch ist) und ist kürzlich gestorben.
Mir gefällt daran, daß die Ältesten Humor bewiesen, als sie dem "Bräutigam"
seine Strafe aufbrummten.
Zarin Katharina II. (genannt Katharina die Große) wird nachgesagt, sie habe
außer zahlreichen Liebhabern mit Hengsten Geschlechtsverkehr gehabt und
dafür eine eigens angefertigte Vorrichtung benutzt, die angeblich noch in
St. Petersburg besichtigt werden kann.
Als ich Schüler war, erzählte mir einmal ein Schulkollege, der aus einem
Dorf stammte, daß es dorfbekannt sei, daß der Schafhirt der Gemeinde, ein
Trottel, die Schafe auf der Weide gelegentlich sodomisiere (er verwendete
aber ein gebräuchlicheres Verb). Der mir dies erzählte, war ein
rechtschaffener Junge und ich bin sicher, daß er die Wahrheit berichtete,
wenn er wohl auch kein Augenzeuge gewesen ist. Bemerkenswert finde ich, daß
sich im Dorf aber niemand darüber aufregte, sondern das allgemein mit
herablassender Belustigung gehandhabt wurde.
Die nachfolgende, hoffentlich als schlechter Witz gemeinte "Technik"
beschrieb man mir während meines Militärdienstes. [Warnung an Zartfühlende:
den folgenden Absatz nicht lesen.]
Hennen vergewaltigen (wenn ein Hühnerei durchpasst, passt auch ein
menschlicher Penis rein); sie sind sehr warm; und ihnen kurz vor der
Ejakulation "den Hals umdrehen", so daß ihre Todeszuckungen einen Orgasmus
simulieren. |
BBC: Sudan man forced to 'marry' goat
BBC: Sudan's famous goat 'wife' dies
Wikipedia: Leda
Wikipedia: Sodomie
[UPDATE 13.03.2008]
Die Niederlande verbieten nach zweijähriger Debatte ab jetzt Sex mit
Tieren, sowie die Herstellung von entsprechenden Darstellungen.
Update 7.11.2009
ZDF
Mediathek: Dokumentarfilm über gefangene und mißbrauchte Orang-Utans
("Affenbordell").
Der Dokumentarfilm ist armselig. Aber er zeigt, wie viele Orang-Utans in
Indonesien quasi als Spielzeug gehalten und gequält werden. Dass Affen auch
sozusagen als Zwangsprostituierte in Affenbordellen gehalten werden, ist
der Gipfel der Perversion. Es läßt sich Geld damit verdienen, und es gibt
Kundschaft dafür. Da werden z.B. Orang-Utans zum Amüsement der Kundschaft
BHs und rosa Höschen angezogen, was ja an sich nicht so furchtbar für die
Tiere ist, aber es offenbart viel über die Kunden. Furchtbar für die Tiere
ist allerdings z.B. auf einem Bett in Kreuzigungspose angekettet
vergewaltigt zu werden, u.a. |
 |
 |
| COMMENTS | |
|

1 - posted by Alex | 2007.10.08 | 03:48

2 - posted by Glory | 2007.11.14 | 19:26

3 - posted by Bruder Edgar | 2008.09.23 | 18:31

4 - posted by Schweinefleisch | 2009.06.04 | 22:46

5 - posted by Gegen Schweinefleisch | 2009.11.05 | 22:56

6 - posted by Jake | 2009.11.16 | 00:51

7 - posted by Elegido | 2010.01.02 | 10:17

8 - posted by Hans Josef Dieter Koch | 2010.01.28 | 16:40

9 - posted by Woulven | 2010.09.05 | 19:35

10 - posted by Therianthrop | 2011.09.06 | 21:34

|
| add
comment
|

|

|
 |
| Mon |
Tue |
Wed |
Thu |
Fri |
Sat |
Sun |
| |
|
1 |
2 |
3 |
4 |
5 |
| 6 |
7 |
8 |
9 |
10 |
11 |
12 |
| 13 |
14 |
15 |
16 |
17 |
18 |
19 |
| 20 |
21 |
22 |
23 |
24 |
25 |
26 |
| 27 |
28 |
29 |
30 |
31 |
|
|
|
 |
RSS 2.0 |
 |

Visits since 2005.04.15 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
| |
|