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Eine Untersuchung von Gregory Berns von der Emory Universität
(neuroimaging) und Read Montague vom Baylor’s Center for Theoretical
Neuroscience über angenehme Stimuli zeigt, daß die neuronalen reward
pathways (ich übersetze in Klammern, da ich die Fachausdrücke nicht
kenne: Belohnungs-Bahnen) und die pleasure centers
(Genuss/Annehmlichkeits-Zentren), insbesondere der nucleus accumbens
besonders stark reagieren, wenn angenehme Reize unerwartet, überraschend
eintreten, und kaum, wenn angenehme Reize voraussehbar sind.
Zumindest der Neuroabbildung nach, sind vorhergesehene angenehme Reize
praktisch nichts, verglichen mit unerwartet eintretenden, wobei die
Qualität des Reizes kaum eine Rolle spielt (besser überraschend ein Stück
Zucker, als vorhersehbar eine köstliche Praline).
Ich bedauere, nichts über unangenehme Überraschungen gefunden zu haben. Die
Wissenschaftler interessierte das Angenehme in Zusammenhang mit Kokain- und
Heroinkonsum, der möglicherweise die normale Funktion des nucleus
accumbens stört.
Ich schlage ein Experiment vor, bei dem Probanden mit verbundenen Augen in
mehreren Durchläufen vorhersehbar und unvorhersehbar, in regelmäßigen und
unregelmäßigen Intervallen, gleichbleibend und abwechselnd Fruchtsaft,
Wasser und Urin in den Mund geträufelt wird (in der oben erwähnten Studie
waren es Fruchtsaft und Wasser, als etwas Angenehmes und etwas Neutrales,
in meinem Vorschlag wäre es etwas Angenehmes, etwas Neutrales und etwas
Unangenehmes).
Ein drastischeres Experiment, das nicht auf oralem Vergnügen und oraler
Enttäusung beruht, sondern das Gesamtbefinden der Personen umfassender
beeinflußt, könnte zum Beispiel als angenehmen Reizkomplex für männliche
Probanden das Anschmiegen einer wohlduftenden jungen Frau die dem Probanden
die Haare krault, für weibliche Probanden die Berührung durch einen
wohlduftenden Mann, der ihnen durch die Haare streicht; und als
unangenehmen Reiz eine kräftige Ohrfeige (für Probanden beider
Geschlechter) enthalten.
Ob die Berührungen durch anonyme Testpersonen für männliche und weibliche
Probanden als angenehm empfunden werden kann (ob da nicht Hemmungen das
Resultat vermasseln würden), müßte zuerst festgestellt werden; notfalls
müßten die die Partner (Freunde/Freundinnen oder Ehemänner/Ehefrauen) der
Probanden herangezogen werden.
Ich kann mir vorstellen, daß weibliche Probanden auf anonyme Berührungen
zurückhaltender reagieren. Das wäre übrigens auch ein äußerst interessantes
Experiment (das allerdings auch kulturelle Unterschiede berücksichtigen
muß): wie reagieren männliche Probanden und wie reagieren weibliche
Probanden mit verbundenen Augen auf anonym ausgeführte, von der Intention
her angenehme Körperberührungen? |
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