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herrlothar
Gewäsch über einbeinige Frauen und Phantasien von Fruchtfleisch

Ich bin Pirat
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08.07.2004/20:03 MEZ  |  Körperteil Gehirn
Gehirn liebt Unerwartetes
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Eine Untersuchung von Gregory Berns von der Emory Universität (neuroimaging) und Read Montague vom Baylor’s Center for Theoretical Neuroscience über angenehme Stimuli zeigt, daß die neuronalen reward pathways (ich übersetze in Klammern, da ich die Fachausdrücke nicht kenne: Belohnungs-Bahnen) und die pleasure centers (Genuss/Annehmlichkeits-Zentren), insbesondere der nucleus accumbens besonders stark reagieren, wenn angenehme Reize unerwartet, überraschend eintreten, und kaum, wenn angenehme Reize voraussehbar sind.
Zumindest der Neuroabbildung nach, sind vorhergesehene angenehme Reize praktisch nichts, verglichen mit unerwartet eintretenden, wobei die Qualität des Reizes kaum eine Rolle spielt (besser überraschend ein Stück Zucker, als vorhersehbar eine köstliche Praline).

Ich bedauere, nichts über unangenehme Überraschungen gefunden zu haben. Die Wissenschaftler interessierte das Angenehme in Zusammenhang mit Kokain- und Heroinkonsum, der möglicherweise die normale Funktion des nucleus accumbens stört.
Ich schlage ein Experiment vor, bei dem Probanden mit verbundenen Augen in mehreren Durchläufen vorhersehbar und unvorhersehbar, in regelmäßigen und unregelmäßigen Intervallen, gleichbleibend und abwechselnd Fruchtsaft, Wasser und Urin in den Mund geträufelt wird (in der oben erwähnten Studie waren es Fruchtsaft und Wasser, als etwas Angenehmes und etwas Neutrales, in meinem Vorschlag wäre es etwas Angenehmes, etwas Neutrales und etwas Unangenehmes).

Ein drastischeres Experiment, das nicht auf oralem Vergnügen und oraler Enttäusung beruht, sondern das Gesamtbefinden der Personen umfassender beeinflußt, könnte zum Beispiel als angenehmen Reizkomplex für männliche Probanden das Anschmiegen einer wohlduftenden jungen Frau die dem Probanden die Haare krault, für weibliche Probanden die Berührung durch einen wohlduftenden Mann, der ihnen durch die Haare streicht; und als unangenehmen Reiz eine kräftige Ohrfeige (für Probanden beider Geschlechter) enthalten.
Ob die Berührungen durch anonyme Testpersonen für männliche und weibliche Probanden als angenehm empfunden werden kann (ob da nicht Hemmungen das Resultat vermasseln würden), müßte zuerst festgestellt werden; notfalls müßten die die Partner (Freunde/Freundinnen oder Ehemänner/Ehefrauen) der Probanden herangezogen werden.

Ich kann mir vorstellen, daß weibliche Probanden auf anonyme Berührungen zurückhaltender reagieren. Das wäre übrigens auch ein äußerst interessantes Experiment (das allerdings auch kulturelle Unterschiede berücksichtigen muß): wie reagieren männliche Probanden und wie reagieren weibliche Probanden mit verbundenen Augen auf anonym ausgeführte, von der Intention her angenehme Körperberührungen?

 

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