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"Typically, a species will have two sexes: male and female. The
female sex is defined as the one that produces the larger gamete (i.e.,
reproductive cell)."
Zwei verschiedengeschlechtliche, aber sehr ähnliche Menschenformen (über
andere Arten rede ich hier nicht; aber ob wir von Menschen oder von
Schweinen, oder auch Hyänen oder Walen reden, das bleibt sich gleich, ich
meine Milch-Saugtiere) bilden unsere Tierart. Für die Fortpflanzung (sollte
eigentlich "Forttierung", oder "Fortmenschung" heißen), bzw die Erzeugung
neuer Individuen werden (auf natürlichem Wege) je ein Individuum jedes
Geschlechts gebraucht. Diese vereinigen in einem angenehmen (bzw. aus
Gründen der Arterhaltung Lust hervorrufenden Vorgang) Ihre halben
Keimzellen zu einem vollständigen Keim. Dieser Keim wird von einem der
beiden Individuen, und zwar von der Frau "ausgebrütet" und ab einem
gewissen Reifestadium ausgeworfen. Danach folgt die weitere Pflege, die
"Aufzucht" bis (fast) zum Erwachsenenalter (wiederum aus Gründen der
Arterhaltung durch den Instinkt der Elternliebe gefördert).
Wieso gibt es bei den Säugetieren zwei und nicht mehr Geschlechter? Die
Frage ist gleichlautend mit: Wieso hat sich in der Evolution der Säugetiere
die Zweigeschlechtlichkeit gegenüber der Ein- oder Multi-Geschlechtlichkeit
durchgesetzt?
Spekulation:
Individuen übertragen bei ihrer Vermehrung/Fortpflanzung ihre
Erbinformationen (schließlich wollen wir keine Schweine zur Welt bringen,
und Schweine keine Menschen). Bei eingeschlechtlicher Fortpflanzung wären
unsere Nachkommen praktisch Klone, identische Kopien unserer selbst.
Veränderungen / Abweichungen können nur durch Mutationen oder durch
Umwelteinflüsse stattfinden, wobei in letzterem Falle die Veränderungen nur
das Individuum und nicht dessen Nachkommen betreffen, da die Erbinformation
unverändert bleibt (es sei denn, es kommt durch Umwelteinflüsse zu
Mutationen, aber dann haben wir den ersteren Fall).
Ein wahrscheinlicher Vorteil mehr-als ein-geschlechtlichen Arten ist die
höhere Wahrscheinlichkeit von Mutationen während der Generationenabfolge.
Die höhere Mutationswahrscheinlichkeit bei mehrgeschlechtlichen Arten
ergibt sich daraus, daß Mutationen bei einem der Geschlechtspartner genügen
(eine logische ODER-Relation). Eine höhere Mutationsrate bedeutet auch
bessere Anpassungsfähigkeit - ein klarer Vorteil in der Arten-Konkurrenz,
wie jederzeit beispielsweise bei Ratten oder Menschen ersichtlich. Außerdem
favorisiert eine höhere Mutationswahrscheinlichkeit die Bildung von
Unter-Arten, d.h. spezialisierter Vertreter für verschiedene
Umwelt-Charakteristika und somit eine weitere Verbreitung.
Das wäre also eine mögliche Teil-Antwort mit dem Ergebnis, daß
eingeschlechtliche Vermehrung nachteilig ist. Wieso das für sich
eingeschlechtlich vermehrende Arten (beispielsweise einige Insektenarten
(?)) nicht gelten soll, muss auch diskutiert werden, aber ich ignoriere
diese Frage jetzt.
Bei einer Fortpflanzung, an der mehr als ein Geschlecht beteiligt ist,
ergibt sich die Möglichkeit einer großen Vielfalt der Individuen innerhalb
der Art.
Je höher die Zahl der Geschlechter, desto höher die Vielfalt.
Wenn man sich eine Art mit mehr als zwei Geschlechtern vorstellt, so gibt
es zwei sinnvolle Möglichkeiten:
1. Für die Reproduktion sind zwei verschiedengeschlechtliche Individuen
erforderlich (wobei es egal ist, welche Geschlechter beteiligt sind)
2. Für die Reproduktion sind Individuen von mehr als zwei oder Individuen
aller Geschlechter erforderlich.
Der zweite Fall kann direkt ignoriert werden, denn er stellt eine Hürde
dar, bzw. ein Nachteil gegenüber anderen Reproduktionsmechanismen und die
Art stirbt deswegen aus. Es ist schwieriger, beliebige geschlechtsreife
Individuen aller 69 Geschlechter zu versammeln, um Nachwuchs zu zeugen, als
nur zwei beliebige, verschiedengeschlechtliche und geschlechtsreife
Individuen aus 69 Geschlechtern.
Es bleibt also die Frage, wieso eine zweigeschlechtliche Art sinnvoller
war/ist als n
Geschlechter, von denen zwei beliebige zur Reproduktion genügen.
Wie schon erläutert, steigt die Wahrscheinlichkeit der Mutationen mit der
Anzahl der bei der Reproduktion beteiligten Individuen (logische
ODER-Relation), und damit die Anpasungsfähigkeit und Möglichkeit der
Artenverzweigung. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber Arten mit
Paar-Geschlechtlichkeit.
Ein weiterer wichtiger Vorteil ist, daß die Wahrscheinlichkeit
(Leichtigkeit), einen Geschlechtspartner zu finden (und somit zur
Reproduktion zu kommen), mit der Anzahl der Geschlechter steigt (unter der
Voraussetzung, daß jedes beliebige andere Geschlecht für die Paarung
genügt; den anderen Fall haben wir ja schon verworfen).
Um das zu veranschaulichen:
Wenn ich eine Frau (Geschlecht F) in einer Gruppe von zweigeschlechtlichen
Tieren bin (nehmen wir der Einfachheit halber an, daß alle geschlechtsreif,
attraktiv und fruchtbar sind), so habe ich eine Partnerauswahl von ca. 50%
, und für jeden Mann (Geschlecht M) der Gruppe gilt das Gleiche.
Wenn ich eine Person (Geschlecht A) einer Gruppe von Tieren einer Art mit
drei Geschlechtern (A, B, C) bin und nur einen Partner beliebigen anderen
Geschlechts benötige, so kann ich unter ca. 67% der anderen
Gruppenmitglieder wählen. Es ist egal, ob ich einen Partner von Geschlecht
B oder C wähle. Bei viergeschlechtlichen sind es 75%, usw.
(Immer vorausgesetzt, daß der Anteil der Geschlechter prozentual
annähernd gleich ist. Ungleiche Anteile werde ich in einem separaten
Blogeintrag diskutieren).
Anders veranschaulicht: Wenn ich einsam durch die Welt streune (wie
beispielsweise Luchse) und plötzlich einem anderen Individuum meiner Art
begegne, so ist die Wahrscheinlichkeit, daß ich mit diesem vögeln (und
Nachwuchs erzeugen kann) kann, umso höher, je mehr Geschlechter meine Art
umfaßt.
Wenn man diese beiden Vorteile von Arten mit mehreren Geschlechtern annimmt
(eventuelle weitere Vorteile sind mir verborgen geblieben), nämlich erhöhte
Anpassungsfähigkeit und Vebreitungsmöglichkeit einerseits, sowie
verbesserte Paarungsmöglichkeit andererseits, dann stellt sich letztendlich
die Frage: Wieso also hat sich dennoch Paar-Geschlechtlichkeit
durchgesetzt?
Ich habe keine eindeutig überzeugende Antwort gefunden, aber mehrere
mögliche Antworten, von denen auch mehrere gleichzeitig "wahr" sein
könnten.
1. Die Natur ist von Effizienz geprägt, geringer Aufwand für die geforderte
Leistung. Mehr als zwei Geschlechter sind für "gute" Reproduktion nicht
erforderlich.
2. Interaktion der Geschlechter - physisch/mechanisch gesehen: Sich
paarende Tiere müssen über mehr oder weniger "passende" Geschlechtsorgane
verfügen, in der Regel sowas wie (einpolige) Steckdose und Stecker. Bei
mehr als zwei Geschlechtern wird die Sache kompliztierter, es sei denn, es
existiert ein standardisierter, für alle gleicher "Anschluß".
3. Interaktion der Geschlechter - genetisch/mathematisch/emotional gesehen:
Bei vielen Säugetieren (u.a.) ist die Liebe und die Paarung eine
komplizierte Prozedur: Auswahl des richtigen Partners, eventuelle Konflikte
mit Konkurrenten, starke Emotionen, Kennenlernen (Beschnuppern),
ritualisierte Zeremonien (Balz, Hochzeit) und schließlich die Kopulation.
Der Sinn der ganzen Komplikation ist einerseits, den "passenden" oder
angemessenen Partner zu finden (dessen Gene die eigenen möglichst optimal
ergänzen), und danach, sich gegenseitig in einen Zustand für erfolgreiche
Paarung zu versetzen. Auch die Bindung für die Aufzucht des Nachwuchses
wird hier fundiert.
Wenn nun mehr als eine Geschlechter-Kombination möglich ist, so ist der
neuronale Aufwand, um die adäquaten Aktionen und Reaktionen zu
gewährleisten, sowie das Vererben und Lernen von Prozeduren viel höher.
Kurz gesagt, die Liebe verkompliziert sich enorm.
4. Die Mutationsrate ist zu hoch: Was wir als Vorteil dargestellt haben,
nämlich die erhöhte Mutationswahrscheinlichkeit und daraus folgend die
Anpassungsfähigkeit, könnte sich bei mehr als 2 Geschlechtern als Nachteil
darstellen.
Mutationen sind nichts anderes als Fehler in der Informationsübertragung.
Einige wenige davon führen über Generationen hinweg zu positiven
Anpassungen, die anderen setzen sich nicht durch und sterben aus. Wenn nun
diese Fehlerquote zu hoch ist, kann das die Gesundheit der Art gefährden.
Es scheint eine Schwelle der "verkraftbaren" Mutationsrate für eine
positive Artentwicklung zu geben, d.h. ab einer gewissen Probabilität für
Mutationen kann keine Selektion "in Ruhe" mehr erfolgen, die Vielfalt der
Abweichungen führt ins Chaos. |
BBC: Why are there only two sexes?
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