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herrlothar
Gewäsch über einbeinige Frauen und Phantasien von Fruchtfleisch

Ich bin Pirat
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14.07.2004/08:17 MEZ  |  Geschlechtliches
Geschlechtsorgane und Ausscheidungsorgane
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Ich frage mich, wieso die Geschlechtsorgane bei Menschen und allen höheren Tierarten in der Nähe der Ausscheidungsorgane am Körper lokalisiert sind und teilweise mit diesen sogar eine Einheit bilden. Wieso sind sie nicht anderswo am Körper, beispielsweise am Bauch oder am Hals?

Als pubertierende Jugendliche haben wir uns bei dem Gedanken amüsiert, daß die Geschlechtsorgane am Rücken, oder am Kopf oder an anderen Stellen seien.

Daß die Stelle am Körper bei Männchen und Weibchen mehr oder weniger übereinstimmt, ist dadurch leicht erklärlich, daß beide anatomisch weitgehend gleich sind und sogar die Geschlechtsorgane teilweise unterschiedliche Ausprägungen derselben Instanz sind. Wenn Männchen beispielsweise die Geschlechtsorgane am "oberen" und Weibchen am "unteren" Körperende hätten, wäre ein grundlegend verschiedener anatomischer Aufbau erforderlich, was in der Artenentstehung und -entwicklung unmöglich und unsinnig ist.

Geschlechtsorgane müssen auch erlauben, daß etwas aus dem Körper herauskommt (Samen, Eier, Junge) (und bei Weibchen vieler Tierarten auch hinein - Sperma), eine funktionale Anforderung, die auchfür die Ausscheidungsorgane gilt. Das wäre also ein möglicher Grund für die Zusammenlegung in eine funktionale Einheit.

Außerdem sind sowohl Verdauung als auch Kloake/Gebärmutter im Bauch "angesiedelt", der dafür genügend Raum bietet und auch flexibel, dehnbar ist. Die Öffnungen müssen also irgendwo in der Nähe des Bauches sein. Im Falle der Verdauung haben wir auch Linearität - Nahrung an einem Ende hinein und am anderen Ende heraus. Wenn man das evolutionär betrachtet und an Würmer oder Blutegel denkt, erscheint das sehr plausibel. Kopf und Extremitäten sind eine Weiterentwicklung, die erst nach der Kopulations-Fortpflanzung aufkam, vermute ich.
Vermutlich haben sich Geschlechtsorane schon in einem Stadium der Artenentwicklung gebildet, in dem Tiere nur zwei größere Körperöffnungen hatten: den Mund und den After. Die spätere Differenzierung hat dann immer darauf aufgebaut, und voilá: wir lieben uns mit unseren Ausscheidungsorganen (wenn man es nicht zu genau nimmt).

Bild: Kiki Smith: Uro-Genital-System, Diptychon (männlich und weiblich), 1986, Bronze

 

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