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Die Dualität Software / Hardware, bzw. umgekehrt (Primordialität der
Materie dem Geist gegenüber für Atheisten, für Anbeter anders herum) kennt
jeder, selbst (ältere) Leute, die nie einen Computer besessen haben, haben
mittlerweile einen zumindest vagen Begriff von "Software" und "Hardware".
Begriffsstutzigen wird der Term "Hard- und Software" als analog zu "Gehirn
und Gedanken" nahegebracht.
Wenn ich das richtig verstanden habe, so unterschieden sich die ersten
Computer von mechanischen Rechenmaschinen dadurch, daß sie programmierbar
waren. Programmierbar heißt, daß sie auf verschiedene Weise so eingestellt
werden können, daß sie je nach Einstellung verschiedene Aufgaben bearbeiten
können, und nicht auf eine einzige Arbeitsweise festgelegt sind. Das ist
dann ein bestimmtes Programm, das abläuft. "Anwendungssoftware" auf
heutigen PCs nennt man immer noch "Programme".
Weshalb ich das jetzt alles einleitend geschrieben habe: Ich habe mich
neulich gefragt, wie es konkret (physikalisch) vor sich geht, daß etwas
Abstraktes (die Software), also etwas Nichtmaterielles, eine Idee, auf ein
physikalisches, materielles Gebilde, nämlich den Apparat Computer einwirken
kann. Kurz: wie kann Software Hardware steuern?
Es kam mir unmöglich vor, daß etwas Abstraktes (die Software, oder
meinetwegen die Gedanken) etwas Handfestes (den Apparat, oder eben das
Fleisch) bewegen kann. Beispielsweise Steuerung einer Alarmanlage, einer
Modelleisenbahn, der Jalousien, eines Airbus, etc.
Wie soll das gehen? Ich meine auf ganz elementarer Ebene, das Prinzip: wie
zum Kuckuck wirkt die Idee auf den Mechanismus ein?
Ich habe viel hin und her überlegt. Prozessoren und Speicherchips sind
nichts anderes als eine komplizierte und mittlerweile enorm
miniaturisierte) Anordnung von Transistoren, Dioden und elektrischen
Widerständen. Ich besitze eine Bauplatte eines Uralt-Computers (aus der
Zeit, als die noch so groß wie ein Zimmer waren und so viel leisteten wie
ein heute ein Taschenrechner (aber eben programmierbar, also doch
überlegen), wo die besagten Transistoren und Widerstände noch tatsächlich
als einzelne Bauteile auf einer Leiterplatte eingelötet sind.
Schließlich kam mir die - zugegebenermaßen etwas triviale - Erleuchtung
(somit bin ich jetzt erlaucht), die Anbetern allerdings nicht gefallen
wird: es gibt keine Idee ohne Material. Jedes Programm, jede Software
existiert nur als Anordnung von materiellen Elementen (Schaltern,
Molekülen, Atomen, was auch immer) - nämlich auf der Festplatte, auf CD-ROM
oder als Schalterstellungen im Arbeitsspeicher. Der Programmierer erstellt
zwar ein abstraktes Produkt, jedoch schreibt er es in den Speicher und
anschließend auf nichtflüchtigen Speicher (Datenträger). Das Programm ist
letzlich mechanisch! Die Software ist gar nicht so abstrakt, wie man denkt!
Eine mechanische (elektrische, chemische, magnetische, mechanische, wie
auch immer) Anordnung wirkt auf eine andere. Eine materielle Spur/Schrift
(sehr anschaulich: Lochkarten) wirkt auf einen Mechanismus ein, bzw. ein
Mechanismus erzeugt eine materielle Spur (=Schrift, Ideenspeicher).
Na ja, und mit unseren Gedanken und Trieben ist es ähnlich. Elektrisch,
chemisch, mechanisch - auf jeden Fall physikalisch - und das haben wir ja
längst gewußt.
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