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Egal wer - Bush oder Kerry - die morgige Wahl gewinnt, etwa die Hälfte der
Amerikaner wird frustriert und enttäuscht sein. Das war auch schon bei der
Wahl im Jahr 2000 zwischen demselben Bush und dem Ex-Vizepräsidenten Gore
so.
Wenn beide "Lager" bei einer demokratischen Entscheidung ungefähr gleich
stark sind, so tritt die größte Unzulänglichkeit (oder Problem) des
demokratischen Prinzips zutage: bei annäherndem Stimmengleichgewicht
entscheiden sehr wenige Stimmen (relativ zur Gesamtmenge der Stimmen) und
die Legitimität wird fragwürdig. So fragte beispielsweise Sokrates nach der
Entscheidung der Athener über seinen Tod, ob es nicht äußerst fragwürdig
sei, wenn ihn drei Stimmen zum Tode verurteilen, während die Bürger Athens
mit hunderten (die genaue Zahl kenne ich nicht) von Stimmen unentschieden
seien [oder so ähnlich].
Vielleicht erleidet diesmal die andere Hälfte der Wähler den Frust.
Ich habe mich gefragt, wieso Umfragen (der Wunsch, die Zukunft
vorherzusehen) vor Wahlen überhaupt erlaubt werden. Ich nehme an, daß es
aussichtslos wäre, sie zu verbieten.
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