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Gewäsch über einbeinige Frauen und Phantasien von Fruchtfleisch

Ich bin Pirat
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23.06.2004/02:00 MEZ  |  Körper und -Teile
Körper-Vollständigkeit und -Unvollständigkeit
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Abgesehen vom seltenen Phänomen der Body Identity Integrity Disorder, wird ein menschlicher Körper als unvollständig angesehen, wenn Glieder oder Körperteile (die sonst jeder normale Menschenkörper besitzt) fehlen.

Ein einbeiniger Mensch ist ein grotesker Anblick, und nicht weil das unserer Sehgewohnheit widerspricht, sondern weil wir, Tiere einer Art, uns alle als gleich empfinden und ein Einbeiniger einerseits uns gleich ist, andererseits aber auch nicht, nämlich unvollständig. Daher vielleicht auch die Befangenheit Invaliden gegenüber, wenn man nicht in täglichem Umgang daran gewöhnt ist.

Für Menschen mit Amputationen ist das Gefühl der Unvollständigkeit des eigenen Körpers natürlich am Anfang (nach dem Trauma) besonders stark und verringert sich, so vermute ich, mit der Zeit. Das hängt natürlich auch vom Ausmaß der Verstümmelung, der eigenen Persönlichkeit und der gesellschaftlichen Umgebung der Person ab. Ich weiss von jemandem, der eine geringfügige Amputation erlebt hat, daß das Gefühl der Unvollständiglkeit des eigenen Körpers, daß etwas fehlt, mit der Zeit vollständig verschwunden ist, und daß er nur daran erinnert wird, wenn Kinder fasziniert die Amputationsstelle entdecken - weil Kinder ihr Interesse oder Erstaunen unverhohlen zeigen. Das Gefühl der Körperunvollständigkeit stellt sich auch nicht mehr ein, wenn er seine Amputationsstelle selbst betrachtet.

Eine Verstümmelung erscheint grotesk, erschreckend (erinnert einen daran, das Verstümmelung möglich ist, und daß das einem auch selbst passieren kann), aber nicht häßlich, hat erstaunlicherweise wenig mit Körperschönheit zu tun, möglicherweise, weil der Körper (das Nicht-Fehlende) als Maßstab auch für das Fehlende genommen wird.
Das Gefühl des Grotesken wird von keinem "wohlerzogenen" und in die Gesellschaft integrierten Erwachsenen geäußert oder zugegeben, was mit der Vermeidung von Diskrimination zu tun hat, nehme ich an.

Body Identity Integrity Disorder (BIID) Network

Body Identity Integrity Disorder wurde früher als Apotemnophilia bezeichnet und ist eine psychologische Konditionierung von Menschen, die den Drang zur Amputation wichtiger Körperglieder wie Beine oder Arme haben (Self Demand Amputation), um sich - paradoxerweise - integer, vollständig zu fühlen.

Der Begriff der Verstümmelung (von Stummel) bedeutet eigentlich dasselbe wie "Unvollständig-Machung" oder "Entvollständigung". Er impliziert immer, daß etwas vor der Verstümmelung vollständig war und danach nicht mehr.



Die Herkunft des Fotos ist mir unbekannt.

 

COMMENTS 

1 - posted by Mitleser | 2005.05.23 | 12:02

Hier wird eine Vorstellung von Unversehrt, Krankheit und Behinderung zu Grunde gelegt, die unnatürlich und inhuman ist. BIID wird in wenigen Wochen in den USA anerkannt. Ohne die genaue Fallkenntnis und die Kennntisse über weitere Zusammenhänge, sollte sich der Autor kein Urteil erlauben. Gerade die Leute aus der BRD sollten weniger altmodisch sein.

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