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Ich bin mir gar nicht sicher, ob der heutige (gerade vergangene)
kirchliche, mancherorts gesetzliche Feiertag der katholische "Fronleichnam"
ist, aber man hat mir so gesagt. Zu dieser Gelegenheit, ein Feiertag der
Eucharistie, ist mir klargeworden, daß — wie es so blöd heißt —
"praktizierende" Katholiken Kannibalen sind, da sie gelegentlich — man lese
und staune — Fleisch eines toten Mannes essen und dazu noch dessen Blut
trinken. Daß dieser Mensch nun schon etwa seit 2000 Jahren tot ist und
vergöttert wird, ist weniger interessant, als das Relikt des kannibalischen
und urtümlichen Brauchs, ein Stück vom Toten zu essen, in der Hoffnung,
dadurch einen Teil seiner Eigenschaften zu erlangen. Ich habe gelesen, daß
das vor ca. 20-30 Jahren noch auf Papua-Neuguinea und eingen kleineren
Südseeinseln von "Naturvölkern" praktiziert wurde (auch "Praktizierende").
Das Gehirn angesehener Verstorbener wurde aufgegessen. Vor 2-3 Jahren sind
im Congo auch noch Lebern getöteter Feinde verspeist worden, wie ein
UNO-Bericht vermerkte.
Soviel ich weiß, bedeutet Eucharistie die Auffassung der katholischen
Lehre, daß die Hostie und der Wein beim Heiligen Abendmahl (unter der
Voraussetzung, daß bestimmte Wortfolgen ausgesprochen werden) nicht
Christus' Leib und Blut symbolisieren (wie bei den Protestanten),
sondern es tatsächlich sind. D.h., wenn die zeremoniellen
Voraussetzungen gegeben sind und ein paar magische Worte gesprochen werden,
verwandelt sich dieser flache Keks in das Fleisch von Jesus Christus und
der Vino in sein Blut, während die oder der Gläubige sie in sich
aufnehmen.
Das mag für Uneingeweihte absurd klingen, aber - bitte fragen sie Ihren
Pfarrer (auch wenn er Protestant ist, wird er es wissen) - das ist die
offizielle und gepredigte Lehre der katholischen Kirche. Nur um es
klarzumachen, wiederhole ich: es handelt sich beim katholischen Heiligen
Abendmahl nicht um einen symbolischen Verzehr der Leibes und des Blutes
Christi, sondern tatsächlich um den Genuß von dessen Fleisch und von dessen
Blut.
Da bleibt einem die Spucke weg, was?
Manchem läuft im Gegenteil vielleicht das Wasser im Munde zusammen.
Jedenfalls habe ich beschlossen, in nächster Zeit einmal eine katholische
Kirche aufzusuchen und mir diesen Genuß zu Magen zu führen. Denn, wie
Christus sinngemäß einmal gesagt haben soll, nur diejenigen, die von seinem
Fleisch gegessen haben und von seinem Blut getrunken haben, haben Teil am
Ewigen leben und werden am Jüngsten Tage durch ihn wiederauferstehen.
Ich bin jedenfalls höchst erstaunt und interessiert an diesem Phänomen, daß
sich solcher primitivster Glaube (ich schätze, er ist an die 40.000 Jahre
alt oder mehr) bis heute erhalten hat, und zwar nicht in einer isolierten
Nische, sondern über die halbe Erde verbreitet. Immerhin ist es insofern
nur noch ein Relikt, als ja nicht die Verstorbenen angeschnitten werden,
sondern dieser eine gottgewordene Mann stellvertretend die Spenderfunktion
übernimmt.
Dies ist ein Problem, das ich fürchte nie zu verstehen: wie es möglich ist
(oder auf welche intellektuelle Weise das geschieht), daß heutzutage (oder
auch vor 200 Jahren) intelligente und vernünftige Menschen so etwas wie
diesen übertragenen Kannibalismus für bare Münze nehmen. |
Wikipedia: Eucharistie
Zitat aus Wikipedia (26. Mai 2005):
"Nach katholischer Lehre sind bei der Eucharistie "Leib und Blut Christi
wahrhaft, wesentlich und wirklich gegenwärtig" (Realpräsenz). Durch das vom
Priester gesprochene eucharistische Hochgebet, speziell durch die Epiklese
(Anrufung des Heiligen Geistes) und die Konsekrationsworte, vollzieht sich
die geheimnisvolle Wesensverwandlung von Brot und Wein zum Leib und Blut
Christi. Da Jesu Auftrag, Brot und Wein zu seinem Gedächtnis zu teilen, an
die Apostel erging, kann die Konsekration nach katholischer Auffassung nur
von geweihten Priestern gültig vollzogen werden, da nur diese Nachfolger
der Apostel sind.
Ab dem 9. Jahrhundert wurde die Wandlung von Brot und Wein in Christi Leib
und Blut immer gegenständlicher aufgefasst, unter zunehmendem Einfluss der
Philosophie des Aristoteles. Diese Transsubstantiation wurde im 4.
Laterankonzil 1215 zum Dogma erhoben. Seitdem haben sich innerhalb der
katholischen Kirche zahlreiche Andachtsformen entwickelt, die der Verehrung
des Leibes und Blutes Christi dienen -- Aussetzung (Ausstellung) von
Hostien in Monstranzen, Fronleichnamsprozession etc. Berichte von
Hostienwundern, etwa blutenden Hostien oder gar der Verwandlung einer
Hostie in den Schmerzensmann während der Messe, unterstreichen das
Dogma.
Für die katholische Kirche ist also in der konsekrierten Hostie Jesus real
gegenwärtig und bleibt es auch nach der eigentlichen Opferfeier, weshalb
die Hostien im Tabernakel verschlossen und auch als Repräsentation Jesu
angebetet werden -- nicht nur verehrt wie die bildlichen Darstellungen von
Jesus. Für die katholische Theologie besteht kein Widerspruch zwischen der
Tatsache, dass es sich beim Brot und Wein der Eucharistie der Gestalt nach
weiter um Brot und Wein handelt, und dem Glauben, dass die letzte,
eigentliche Wirklichkeit des eucharistischen Brots und Weins der wirklich
gegenwärtige Christus ist." |