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herrlothar
Gewäsch über einbeinige Frauen und Phantasien von Fruchtfleisch

Ich bin Pirat
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26.06.2004/02:00 MEZ  |  Frankenstein
Künstlerische Mittel und Frankenstein-Monster
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Künstler (und andere Bilder-Schaffende) haben natürlich fast schon seit jeher die Möglichkeit, Bilder von Monstern zu erschaffen, und damit die Idee des betreffenden Monsters, so als würde es physisch existieren.
Mich interessieren hier nur menschenähnliche Monster, Monster im Sinne von nicht natürlich gewachsenen Menschen oder sehr menschenähnlichen Wesen. Außerdem meine ich mit Monster nicht implizit ein häßliches oder erschreckendes Wesen.

Es ist ein sehr weites Feld, das zu diskutieren, merke ich gerade, denn man muß dabei symbolhaft und realistisch, unzulänglich und meisterhaft, ästhetisch und naturalistisch auseinanderhalten, bzw. berücksichtigen, und natürlich den kunstgeschichtlichen Kontext.

Symbolhafte Menschendarstellungen, wie sie auch von Kindern in frühem Alter hergestellt werden, spielen hier keine Rolle, weil sie auf andere Art wie ein Begriff eine Idee vermitteln und die Darstelllung nicht für "bare Münze" genommen wird. Ein Strich in einer nichtrealistischen Zeichnung beispielsweise kann ein Bein mit Fuß, einen Arm, den Torso oder sogar den ganzen Körper ohne Kopf bedeuten, bei Kindern auch dei Nase in einem Gesicht. Der Strich beansprucht nicht, eine realistische Abbildung zu sein, und so wird derjenige, der die Zeichnung sieht auch gar nicht auf die Idee kommen, sich ein physisches Strichwesen vorzustellen, sondern er wird z.B. im Falle daß die Linie ein Bein bedeutet, sich ein normales Bein vorstellen. Und zwar ein Bein allgemein, ohne spezielle Eigenheiten wie dünn, dick, fleischig, nackt (s. Rubens), etc.

Ähnlich verhält es sich mit künstlerischen Darstellungen, in denen ästhetischer Unrealismus auftritt. Die Seherfahrung im kunstgeschichtlichen Kontext spielt hier natürlich eine Rolle (weshalb zu Beginn der Moderne manche Bilder schockierend gewirkt haben). Der Betrachter nimmt nicht für "bare Münze", was er sieht. Er kann außer dem ästhetischen Genuß (in positivem, neutralem oder negativen Sinne) "durchsehen", das Realistische hinter dem Verfremdeten erkennen.

Wenn aber künstlerische Mittel zur Herstellung von Bildern eingesetzt werden, die durch ihre Art den Eindruck von Realismus erwecken, dann ist jedes denkbare Monster erschaffbar. Bei solchen Bildern erkennt der Betrachter, daß es sich um ein Abbild von etwas handelt, und dirch das Bild sieht er das Abgebildete selbst, so wie es abgebildet ist.

netskunz: Peter Paul Rubens - Der Raub der Töchter des Leukippos

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