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Künstler (und andere Bilder-Schaffende) haben natürlich fast schon seit
jeher die Möglichkeit, Bilder von Monstern zu erschaffen, und damit die
Idee des betreffenden Monsters, so als würde es physisch existieren.
Mich interessieren hier nur menschenähnliche Monster, Monster im Sinne von
nicht natürlich gewachsenen Menschen oder sehr menschenähnlichen Wesen.
Außerdem meine ich mit Monster nicht implizit ein häßliches oder
erschreckendes Wesen.
Es ist ein sehr weites Feld, das zu diskutieren, merke ich gerade, denn man
muß dabei symbolhaft und realistisch, unzulänglich und meisterhaft,
ästhetisch und naturalistisch auseinanderhalten, bzw. berücksichtigen, und
natürlich den kunstgeschichtlichen Kontext.
Symbolhafte Menschendarstellungen, wie sie auch von Kindern in frühem Alter
hergestellt werden, spielen hier keine Rolle, weil sie auf andere Art wie
ein Begriff eine Idee vermitteln und die Darstelllung nicht für "bare
Münze" genommen wird. Ein Strich in einer nichtrealistischen Zeichnung
beispielsweise kann ein Bein mit Fuß, einen Arm, den Torso oder sogar den
ganzen Körper ohne Kopf bedeuten, bei Kindern auch dei Nase in einem
Gesicht. Der Strich beansprucht nicht, eine realistische Abbildung zu sein,
und so wird derjenige, der die Zeichnung sieht auch gar nicht auf die Idee
kommen, sich ein physisches Strichwesen vorzustellen, sondern er wird z.B.
im Falle daß die Linie ein Bein bedeutet, sich ein normales Bein
vorstellen. Und zwar ein Bein allgemein, ohne spezielle Eigenheiten wie
dünn, dick, fleischig, nackt (s. Rubens), etc.
Ähnlich verhält es sich mit künstlerischen Darstellungen, in denen
ästhetischer Unrealismus auftritt. Die Seherfahrung im kunstgeschichtlichen
Kontext spielt hier natürlich eine Rolle (weshalb zu Beginn der Moderne
manche Bilder schockierend gewirkt haben). Der Betrachter nimmt nicht für
"bare Münze", was er sieht. Er kann außer dem ästhetischen Genuß (in
positivem, neutralem oder negativen Sinne) "durchsehen", das Realistische
hinter dem Verfremdeten erkennen.
Wenn aber künstlerische Mittel zur Herstellung von Bildern eingesetzt
werden, die durch ihre Art den Eindruck von Realismus erwecken, dann ist
jedes denkbare Monster erschaffbar. Bei solchen Bildern erkennt der
Betrachter, daß es sich um ein Abbild von etwas handelt, und dirch das Bild
sieht er das Abgebildete selbst, so wie es abgebildet ist.
netskunz: Peter Paul Rubens - Der Raub der Töchter des Leukippos
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