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herrlothar
Gewäsch über einbeinige Frauen und Phantasien von Fruchtfleisch

Ich bin Pirat
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08.12.2006/23:56 MEZ  |  Form Follows Function
Verkümmerte kleine Zehen
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Es gibt etliche Tierarten, bei denen Körperteile verkümmert sind, weil sie sich in der Artentwicklung als unnötig erwiesen haben. (Das gilt bei Primaten übrigens für den Schwanz (Schweif) auch - ein Rest davon befindet sich bei uns im Becken, als Verlängerung der Wirbelsäule.)

Die Zehen haben bei uns eine wichtige Funktion beim Gehen und Laufen (=Rennen). Über die Zehen rollen wir den Fuß nach vorn ab, sie sind der letzte Kontakt zum Boden, bevor der Fuß sich hebt und für den nächsten Schritt nach vorn geführt wird. Ich will die Vorgänge dabei jetzt gar nicht detailliert analysieren, da erscheinen sicherlich die verschiedensten Aspekte. Einmal habe ich mich gefragt, wieso wir denn statt der fünf einzelnen Zehen an einem Fuß nicht einfach ein gelenkig verbundenes Plättchen da vorn am Fuß haben — so als wären die Zehen seitlich miteinander verbunden. Die interessante Antwort ist, (abgesehen von den evolutionären Altlasten, die aber ursprünglich auf den Gleichen Grund zurückzuführen sind) daß der Aufbau des gesamten Fußes aus einzelnen (fünf) Knochensträngen bis zu den Zehen und die teilweise unabhängige Beweglichkeit der Zehen (weil sie eben einzelne Glieder sind) den Fuß viel gelände- und belastungsanpassungsfähiger sein läßt als das der Fall wäre, wenn er rigide und einfacher aufgebaut wäre.

Was mich aber irritiert und schon immer irgendwie unzufrieden mit unserem aktuellen "Bauplan" machte, sind die halb verkümmerten, kleinen (äußeren) Zehen an menschlichen Füßen.
Bei Babies erscheinen diese noch "vollwertig" — zwar kleiner als die anderen Zehen, aber gerade ausgerichtet und mit dem zehenballen nach unten. Bei Erwachsenen ist es dann damit vorbei. Die kleinen Zehen sind nach innen verdreht/gekrümmt, kaum noch beweglich, und der Zehennagel berührt schon beinahe oder tatsächlich die Auftrittsfläche. Ich habe lange gedacht, daß sei einfach wegen des ungesunden Schuhwerks, daß wir Europäer und andere tragen. Daß die Zehenform der kleinen Zehen einfach ein Ergebnis zu schmaler Schuhe ist. Das ist aber anscheinend nicht der Fall. Ich hatte leider keine Gelegenheit, mich bei barfußgehenden Völkern umzusehen. Möglicherweise ist deren Fußform geringfügig anders, aber ich bezweifle, daß es gravierende Unterschiede gibt.

Wieso also verkrümmen sich die äußeren Zehen? Wenn jemand eine plausible Erklärung hat, wäre ich dankbar dafür, sie über ein Kommentar zu diesem Posting zu erfahren.

 

COMMENTS 

1 - posted by lou | 2006.12.13 | 13:35

hab mal ein bisschen gegoogelt. ein erstes beispiel über ungewöhnlich lange zehen : topendsports dot com/fun/bodysurvey/toe-photos dot ha te em

2 - posted by lou | 2006.12.13 | 13:38

oder einen inder mit 7 fußzehen: ha te te pe slash slash dopelpunkt dot img156.imageshack.us/img156/6889/7toes5re.jpg

3 - posted by lou | 2006.12.13 | 13:42

verschiedene babyfüße zeigten auch schon einwärts gedrehte kleine zehen, das ist also genetisch bedingt.

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21.06.2004/02:00 MEZ  |  Form Follows Function
Füße und Form Follows Function
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Auf einer Gebirgswanderung hab ich mich in wildem Gelände gewundert, wie tritt- und fußgerecht doch manche Steine lagen oder Felsvorsprünge angeordnet waren.
Und dann fiel mir ein: nicht die Geländegegebenheiten waren fußgerecht, sondern meine Füße sind geländegerecht.

Das ist so, als würde ein Kletteraffe sich darüber wundern, daß die Bäume aus lauter Griffen bestehen.

 

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19.06.2004/02:00 MEZ  |  Form Follows Function
Beine, Räder und Form Follows Function
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Das Rad ist eine Erfindung des Menschen. Mir ist zumindest nicht bekannt, daß irgendein Tier sich auf rad-ähnlichen Gliedern fortbewegt. Die Vorstellung eines Geparden mit Rädern statt Beinen ist schon amüsant. Ich habe mich mal gefragt, wieso alle (Land-)Tiere für die Fortbewegung Beine (in unterschiedlicher Zahl) besitzen. Ich denke, dafür gibt es zwei Gründe. Der erste wäre körpermechanisch-evolutiv:

1.
Als Bewegungs"motor" haben sich spezialisierte Körperteile entwickelt (Muskeln), die durch komplexes Zusammenspiel von Kontraktion und Relaxation auf starre oder zumindest druckwiderstandsfähige Elemente (Knochen, Schale, etc.) eine Bewegung des Systems bewirken. Das fing vermutlich schon auf dem Niveau von Einzellern an, wie man bei den Geißeltierchen bemerken kann. Alle diese Bewegungen beruhen auf Kontraktion eines Gewebes, stimuliert durch chemische oder elektrische Impulse. Wenn die Kontraktions-"Sättigung" eines Gewebes erreicht ist, muss es sich wieder entspannen, um erneut Arbeit verrichten zu können. Zusammenziehen - Entspannen - Zusammenziehen - Entspannen: das ergibt einen Rhythmus, eine periodische Hin- und Herbewegung. Und das ist der Grund, weshalb Tiere Glieder haben, alle bewegen sich rhythmisch, hin- und her: Beine, Flossen, Flügel, etc.

Zwar ist die Umsetzung einer Kontraktions-Relaxations-Abfolge in eine Drehbewegung kein mechanisches Problem (Hand dreht Kurbel, Bein dreht Fahrradpedal) und das Achsgelenk wäre biologisch auch nicht das Problem, allerdings aber wäre die Versorgung des Rad-Glieds ein schwer zu lösendes Problem, es sei denn, das Rad-Glied wäre totes Gewebe. Und in dem Fall gibt es dann das Problem der nicht kompensierbaren Abnutzung.

2.
Der zweite Grund ist einfach und einleuchtend: Räder entfalten ihre Vorteile hauptsächlich in sehr ebenem Gelände (Straßen) und werden in unebenem Gelände schnell zu einem Handicap. Sie sind zu einseitig einsetzbar, nicht flexibel genug. Selbst ein Steppenbewohner könnte keinen Bach überqueren.

Der erste Grund für Glieder statt Rädern ist ein Was-ist-machbar-Grund, der zweite ein Was-ist-sinnvoll-Grund.

 

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09.06.2004/02:00 MEZ  |  Form Follows Function
Frauen und Form Follows Function
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Vorab: ich spinne hier nur so vor mich hin. Das hier ist ein heikles Thema, aber umso interessanter, darüber zu diskutieren.

Form Follows Function ist, so glaube ich, ein Begriff, der sich in erster Linie auf Gestaltung bezieht und im Zusammenhang mit Architektur, Design, etc. benutzt wird. Der Begriff FFF ist selbsterklärend, also daß die Form von etwas durch seine Funktion bestimmt ist. Das ist ein fundamentales Gestaltungselement, dass im Gegensatz aber auch in Zusammenspiel mit "freier", funktionsunabhängiger, ästhetischer Gestaltung steht und je nach Strömung/Tendenz oder Schule weniger oder stärker beachtet wird und wurde.

Ein interessanter Aspekt von Form Follows Function ist, daß es in der Regel nicht eine zwingende Form für eine bestimmte Funktion oder Funktionssystem gibt, sondern daß es in der Regel verschiedene formale Herangehensweisen gibt, die den Kriterien von Form Follows Function genügen. Das beste Beispiel dafür ist die Vielfalt der lebendigen natürlichen Formen, selbst innerhalb einer Gattung von Lebewesen.

In der lebenden Natur ist dieses Prinzip durch die Evolution elementar und widerspiegelt sich in fast jeder existierenden lebendigen Form. Form Follows Function ist fast Synonym für "maximale Effizienz bei minimalem Aufwand".


Frauen sind anders konstruiert als Männer, und in diesem Zusammenhang interessieren mich die weichen Körperteile nicht (in anderem Zusammenhang aber durchaus), sondern der "Bewegungsapparat". Großartiges Wort: Ich habe einen Bewegungsapparat, du auch?
Spielen die Unterschiede im Körperaufbau des Skeletts eine Rolle für Kämpfer / Kämpferinnen?

Im Grunde genommen lassen sich die anatomischen Unterschiede bei Frauen in Bezug auf Männer damit erklären, daß Frauen diejenigen sind, die schwanger werden und Kinder gebären. Jetzt schöpfen bestimmt viele schon Verdacht, daß ich irgendwas Patriarchalisches von mir geben will. Possible. Das weibliche Becken ist wegen des "Geburtskanals" - wieder so ein tolles Wort - durchschnittlich breiter, was sich auch auf die Winkel in drei Dimensionen auswirkt, in denen sich die Oberschenkel bewegen. Die Schultern sind durchschnittlich schmäler, die Körpergröße unwesentlich geringer und - wenn ich mich nicht irre - die Knochen insgesamt zierlicher. Die Muskeln des Bewegungsapparats sind identisch, nur deren Querschnitt / Masse unterscheidet sich.

Diese Unterschiede, die alltägliche Erfahrung, daß Frauen oft weniger "fit" oder körperlich leistungsfähig sind als Männer, und die kulturelle/gesellschaftliche Tradition spielen wohl eine wichtige Rolle bei dem Urteil oder Vorurteil, daß Frauen nicht als Kämpferinnen geeignet sind.

Auch im Leistungssport treten nie Männer gegen Frauen an, sondern nur Männer gegen Männer und Frauen gegen Frauen, um es wegen der Leistungsunterschiede nicht zu Ungerechtigkeiten kommen zu lassen.

Aber Leistungssportlerinnen übertreffen in ihrer spezifischen Leistung praktisch jeden Mann, der nicht Leistungssportler ist. Und wir kennen auch zumindest Bilder von Frauen-Muskelprotzen à la Schwarzenegger.

Es gibt noch weitere evolutionäre Aspekte: Männer sind aggressiver (Testosteron), und herkömmlicherweise, wie bei den meisten Säugetieren, kämpfen Männchen gegeneinander für attraktive Weibchen, der Erfolgreichere kann seine Gene verbreiten, der weniger Erfolgreiche kommt schwerer dazu und nur mit einem weniger attraktiven (=weniger fruchtbaren) Weibchen, was wiederum die Chancen seiner Gene reduziert.

Hier gibt es auch ein Aber: Beim Menschen hat die kulturelle Entwicklung die biologische Evolution vielleicht nicht abgelöst (Millionen Jahre gegenüber Tausenden), überspielt jedoch zunehmend evolutionär artbedingte Verhaltensweisen. Mit aller animalischen Prägung handeln Menschen doch verhältnismäßig unabhängig und menschliche Kultur ist eine sehr stilisierte Form tierischen Zusammenlebens.

Um es mal weniger allgemein auszudrucken: Ich meine, Menschen sind z.B. Busfahrer und Busfahrerinnen, etwas, wofür sie evolutionär sicherlich nicht optimal vorbereitet sind. Was haben Busfahrer und Raubtiere gemeinsam? Sie schaun mit beiden Augen nach vorne.

Soldatinnen sind nicht optimale Kämpferinnen. Aber auch Busfahrer sind nicht optimale Busfahrer.

The Chicago School of Architecture - form follows function

Evolution of Female Sexuality and Erotica (PDF)

Der menschliche Gang als Signal - Einsatz eines künstlichen neuronalen Netzes in der Bewegungsanalyse (PDF)

Analysis of Early Hominids

ORGANISING HUMAN SOCIETIES: HUMAN MATING SYSTEMS

The Evolution of Human Birth


WIKIPEDIA:
Form follows Function (wörtl. (Die) Form folgt (aus der) Funktion) oder FFF, ist ein Gestaltungsleitsatz aus Design und Architektur. Die Form, die Gestaltung von Dingen soll sich dabei aus ihren Funktion, ihrem Nutzungszweck ableiten. Umgekehrt kann man danach aus der Form auch eine Funktion ableiten.

Der Begriff ist Teil eines berühmten Ausspruchs des amerikanischen Architekten und Hauptvertreters der Chicago School, Louis Sullivan.

"Es ist das Gesetz aller organischen und anorganischen, aller physischen und metaphysischen, aller menschlichen und übermenschlichen Dinge, aller echten Manifestationen des Kopfes, des Herzens und der Seele, dass das Leben in seinem Ausdruck erkenbar ist, daß die Form immer der Funktion folgt."

 

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